Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0205/19849.html    Veröffentlicht: 17.05.2002 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/19849

Spieletest: Crazy Taxi, Burnout und Extreme-G 3 für GC

Neue Rennspiele für Nintendos GameCube

Racing Games gehören allgemein zu den populärsten Spielen überhaupt, und so wundert es nicht, dass bereits zum Verkaufsstart des GameCube mehrere, durchaus unterschiedliche Titel für Rennspielfreunde erhältlich sind. Die Qualität der Titel ist allerdings beinahe ebenso unterschiedlich wie das Gameplay.

Während reine Arcade-Fans mit Burnout glücklich werden könnten, beschert Extreme-G 3 einen wahren Geschwindigkeitsrausch. Die Dreamcast-Konvertierung Crazy Taxi hingegen spricht vor allem Raser mit einer Vorliebe für Personenbeförderung an.

Die Tests im Einzelnen:

Burnout
Crazy Taxi
Extreme-G 3


Burnout

Screenshot #1
Screenshot #1
Wer von einem Rennspiel realistische Fahrphysik, vielfältige Einstellungs- und Tuning-Optionen sowie eine hochklassige KI erwartet, wird Burnout hassen - viel Arcade-lastiger als dieses Spiel lässt sich ein Autorennen auf einer Konsole kaum umsetzen. Auf insgesamt 14 sehr unterschiedlichen Kursen gilt es, in einem vorgegebenen Zeitrahmen möglichst viele Checkpoints zu erreichen und das Rennen vor den gegnerischen Fahrzeugen zu beenden.

Screenshot #2
Screenshot #2
Bis hierher unterscheidet sich Burnout somit kaum von unzähligen anderen Titeln - was das Spiel auszeichnet, sind die spektakulären Unfälle: Wer es nicht schafft, den Unmengen an Gegenverkehr rasch genug auszuweichen und stattdessen mit anderen Fahrzeugen kollidiert, darf sich auf Stunts feinster Qualität freuen und diese dann auch gleich mehrmals genießen - die jedem Unfall folgende Zeitlupe gibt einem die Möglichkeit, den Zusammenstoß aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten.

Screenshot #3
Screenshot #3
Das Überschlagen der Fahrzeuge sieht zwar durchaus spektakulär aus, verliert aber nach einigen Unfällen seinen Reiz - früher oder später kommen einem die gezeigten Bilder dann doch bekannt vor. Zudem sollte man, will man das Rennen erfolgreich beenden, ohnehin auf zu viel Blechkontakt verzichten, wer zu oft Unfälle verursacht hat kaum Chancen, das Siegertreppchen zu erreichen. Positiv ist zu bewerten, dass auch die Computer-Gegner alles andere als perfekt fahren, wer einmal aus der Verfolger-Perspektive gesehen hat, wie der führende Computer-Fahrer mit voller Wucht gegen einen entgegenkommenden LKW prallt, wird ein hämisches Grinsen kaum unterdrücken können.

Screenshot #4
Screenshot #4
Die Steuerung ist denkbar simpel, viel mehr als die beiden Knöpfe zum Gasgeben und Bremsen zu betätigen ist nicht zu tun. Allerdings gibt es einen Boost: Hat man längere Zeit ohne einen Crash überstanden besteht die Option, einen Turbo-Boost zuzuschalten. Auch die Lenkung ist gut gelöst, obwohl die Wagen manchmal zum Übersteuern neigen.

Fazit:
Burnout ist ein unkompliziertes und mit wenig Innovationen ausgestattetes Rennspiel. Wer öfter mal ein paar unterhaltsame Runden drehen will hat hier definitiv seinen Spaß, für einen Top-Titel fehlen Burnout jedoch weitere Optionen und mehr Auswahlmöglichkeiten - die paar nicht lizenzierten Rennwagen sind dem Rennspielfreak wohl ebenso zu wenig wie die nur wenigen Rennmodi.

Crazy Taxi

Als Crazy Taxi vor über zwei Jahren auf Segas Dreamcast erschien war die Begeisterung groß, das wilde Herumrasen als Taxi-Fahrer schien dem Geschmack der meisten Spieler durchaus entgegenzukommen. Nachdem der Titel bereits für die PlayStation 2 umgesetzt wurde, erscheint nun auch eine Version für den GameCube, die allerdings nicht mehr ganz so überzeugen kann wie ihr Vorgänger.

Am mehr als unterhaltsamen Gameplay hat sich nichts geändert: Aus vier verschiedenen Charakteren wählt man sich ein Alter Ego als Taxifahrer aus und macht fortan die Straßen der Großstadt unsicher. Möglichst schnell gilt es, Personen aufzunehmen und diese dann an den von ihnen gewünschten Bestimmungsort zu bringen. Wer dabei besonders schnell ist erhält Extra-Punkte, ebenso bringen gekonnte Fahrmanöver zusätzliches Geld in die Taxi-Kasse.


Natürlich ist es auf Grund des stressigen Arbeitstages eines Taxi-Fahrers nicht immer (bzw. eigentlich nie) möglich, die Regeln der Straßenverkehrsordnung zu beherzigen - Fahren im Gegenverkehr ist ein ebenso probates Mittel, um Zeit zu sparen wie die Abkürzung über Bürgersteige, Parks oder Cafés. Die schreienden und kreischenden Passanten, die versuchen, der eigenen Kühlerhaube zu entgehen sowie die zahlreichen Unfälle machen einen Großteil des Reizes dieses Spiels aus.

Zusätzlichen Nährboden erhält der Spielspaß durch den passenden Soundtrack von Bad Religion und Offspring. Allerdings kennen Dreamcast-Spieler diese Songs mittlerweile zur Genüge, und auch die Grafik dürfte dem einen oder anderen bekannt vorkommen - die GameCube-Version sieht praktisch genau so aus wie das Dreamcast-Pendant. Bedenkt man die dazwischen liegenden zwei Jahre und die unterschiedlichen Hardware-Voraussetzungen ist es schon ein wenig enttäuschend, dass hier nicht mehr geleistet wurde.

Fazit:
Das Spielprinzip von Crazy Taxi ist zweifellos immer noch so faszinierend und unterhaltsam wie vor zwei Jahren. Allerdings ist es schade, dass die GameCube-Version kaum mehr zu bieten hat als der Dreamcast-Titel. Wer Crazy Taxi noch nie gespielt hat sollte es unbedingt antesten, Besitzer der Dreamcast-Version können diese Portierung jedoch getrost links liegen lassen.

Extreme-G 3

Screenshot #1
Screenshot #1
Ebenso wie der PlayStation-Besitzer auf Wipeout schwört ist der Nintendo-Anhänger auf Extreme-G fixiert - die beiden recht ähnlichen Rennspielreihen vermittelten bereits mehrfach erfolgreich den ultimativen Geschwindigkeitsrausch. Nachdem der zweite Teil der Extreme-G-Reihe auf dem N64 allerdings ein wenig enttäuschte, ist der neue Titel für Nintendos GameCube wieder durch und durch gelungen - und eine mehr als ebenbürtige Konkurrenz für das ebenfalls kürzlich erschienene Wipeout Fusion.

Screenshot #2
Screenshot #2
Wie gewohnt rast man mit futuristischen Rennwagen durch eine faszinierende Science-Fiction-Welt, die einmal mehr sehr schön designt ist. Zwar bieten die Kurse nicht allzu viele Details, dafür ist die erreichte Geschwindigkeit aber auch mehr als beeindruckend, zudem bleibt das Spiel fast durchgängig ruckelfrei - eine Eigenschaft, mit der der Vorgänger nicht unbedingt aufwarten konnte.

Screenshot #3
Screenshot #3
Im Gegensatz zu Wipeout gibt es bei Extreme-G keine Power-Ups, die aufgesammelt werden können. Stattdessen gibt es Bereiche, in denen man entweder die Schild-Energie oder die Waffen-Energie auflädt. Im Spielverlauf ist es möglich, das durch erfolgreiche Rennen erspielte Preisgeld in bessere Waffen oder Fahrzeug-Zubehör wie neue und schnellere Motoren zu investieren.

Fazit:
Extreme-G 3 bietet sicherlich wenig Überraschungen, dafür aber eine sehr simple Steuerung, unglaublich schnelle Grafiken und einen sehr stimmigen Soundtrack. In puncto Präsentation und Spielbarkeit gibt es somit nichts auszusetzen, was Rennspiele angeht, stellt dieser Titel derzeit somit wohl die Referenz auf dem GameCube dar.  (tw)


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