Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0205/19687.html    Veröffentlicht: 07.05.2002 14:53    Kurz-URL: https://glm.io/19687

Spieletest: Gilbert Goodmate - Klassisches Cartoon-Adventure

Lemon Interactive veröffentlicht Point&Click-Abenteuer

Unvergessen sind die Zeiten, in denen klassische Point&Click-Adventures das Maß aller Dinge waren und Charaktere wie Guybrush Threepwood oder Indy die populärsten Spiel-Persönlichkeiten darstellten. Mit Gilbert Goodmate veröffentlicht Lemon Interactive nun ein Adventure, das zur damaligen Zeit zweifellos für einhellige Begeisterung gesorgt hätte.

Screenshot #1
Screenshot #1
Schon das Intro weckt Erinnerungen an längst vergessene Tage: Wenig Farben, grobe Animationen und breite Bildunterschriften lassen das Adventure von Beginn an ein wenig unzeitgemäß erscheinen. Auch die Grafik im Spiel reißt mit ihrem zwar durchaus niedlichen Cartoon-Stil nicht wirklich vom Hocker und wirkt wie die gelegentlichen Soundfiles doch sehr karg.

Screenshot #2
Screenshot #2
Die komplett deutsche Sprachausgabe ist da schon besser gelungen, und das Spiel an sich weiß Abenteuer-Freunde ebenfalls zu unterhalten: In Phungoria ist eine Krise ausgebrochen, weil ein für die Stadt immens wichtiger Pilz gestohlen wurde. Da der Großvater von Gilbert Goodmate eigentlich dafür zuständig war, auf dieses Wahrzeichen aufzupassen, steckt er nun in großen Schwierigkeiten - und sein Enkel entschließt sich dazu, ihm aus eben dieser Patsche wieder herauszuhelfen.

Screenshot #3
Screenshot #3
Wer einmal Monkey Island gespielt hat, weiß, wie die Geschichte weitergeht: Unzählige Gegenstände werden eingesammelt, miteinander kombiniert und an bestimmten Stellen eingesetzt, zudem führt man gelegentliche Multiple-Choice-Gespräche und muss sich an dem einen oder anderen Rätsel versuchen. Die Lösung der Aufgaben ist dabei zumeist recht logisch, allerdings meinten es die Entwickler zum Teil schon etwas zu gut mit Gilbert und seinem Inventar: Bei der Masse an Gegenständen, die man zum Teil mit sich rumschleppt, kann schon einmal der Überblick verloren gehen.

Dafür hat Gilbert ebenso wie sein offensichtliches Vorbild Guybrush das eine oder andere Mal die Lacher auf seiner Seite, kleine humoristische Einlagen lockern den doch sehr linearen Spielverlauf auf.

Fazit:
Wer bei einem Computer-Spiel vor allem auf eine zeitgemäße Präsentation achtet, sollte die Finger von Gilbert Goodmate lassen - vor allem grafisch fühlt man sich in die Mitte der Neunziger zurückversetzt. Spielerisch taugt der Titel aber durchaus - wer klassische Point&Click-Titel mag, darf zugreifen.  (tw)


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