Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0204/19357.html    Veröffentlicht: 17.04.2002 11:25    Kurz-URL: https://glm.io/19357

OQO kündigt "ultraportablen Desktop-PC" an (Update)

Crusoe5800-basierter Windows-PC ist mobil und stationär einsetzbar

Das US-Unternehmen OQO (sprich: Oh-Q-Oh) hat auf Microsofts Windows-Entwicklerkonferenz WINHec den laut eigenen Angaben bisher kleinsten mobilen Windows-XP-PC vorgestellt, der dank integriertem 4-Zoll-Touchscreen und Stiftbedienung selbst in eine Hemdtasche passen soll. Eingesteckt in eine Tasche mit Tastatur wird das Gerät zum Notebook sowie mittels Cradle, Standard-Display und Keyboard gar zum Desktop-PC.

OQO PC - Passt in die Hand
OQO PC - Passt in die Hand
Das Topmodell des lediglich 12,4 cm x 7,4 cm x 2,3 cm großen und 260 Gramm wiegenden OQO-PC soll mit 1-GHz-Crusoe-TM5800-Prozessor ausgestattet sein, über ein leuchtstarkes und berührungssensitives 4-Zoll-VGA-LCD verfügen, 256 MByte Speicher besitzen und mind. eine 10-GByte-2,5-Zoll-Festplatte beherbergen. Unterwegs übernimmt ein Lithium-Polymer-Akku die Stromversorgung. Bei Nutzung von Office-Anwendungen und E-Mail soll das Gerät damit acht Stunden durchhalten, bei MP3-Musikwiedergabe soll die Nutzungsdauer immer noch sieben Stunden betragen. Werden hingegen MPEG-Filme wiedergegeben, reicht eine Akkuladung für nur zwei Stunden - also für einen Spielfilm. Im Stand-by-Betrieb soll das Gerät über eine Woche durchhalten.

Neben Firewire-, USB-1.1-, Audio- und OQO-Schnittstellen für "Notebook-Tasche" sowie Cradle sollen auch WLAN- (802.11b) und Bluetooth-Adapter integriert sein. Das Gerät wird also sowohl per Kabel als auch drahtlos überall Anschluss finden. Als Betriebssystem kommt Windows XP Professional zum Einsatz, ob auch Linux zur Auswahl steht, wurde nicht genannt.

Das modulare Design soll den Rechner einfach zu bedienen und zu transportieren machen, egal ob man zwischen Heim und Büro wechselt, durchs Land oder um die Welt reist, so OQO. OQO zählt den Rechner zur Kategorie "Ultra-Personal Computer", welche die Computernutzung im gleichen Maße ändern könnte, wie das Mobiltelefon die Telekommunikation revolutioniert habe. Das Konzept des kleinen, modularen und tragbaren, aber dennoch vollwertigen PCs ist zwar so neu nicht, jedoch sind bereits marktreife Produkte noch Mangelware.

Die ersten OQO-PCs sollen unter fremder Marke von verschiedenen Herstellern in der zweiten Jahreshälfte 2002 auf den Markt gebracht werden. Wer zu den OQO-Partnern zählt und welche Preise zu erwarten sind, wurde noch nicht angekündigt. Bekannt ist nur, dass die OQO-PCs im "unteren Preissegment des Notebook-Marktes" zu finden sein werden.

OQO - Kompletter PC mit allen wichtigen Schnittstellen
OQO - Kompletter PC mit allen wichtigen Schnittstellen
"Nach Jahren des Designs von Apple- und IBM-Laptops fühlte das OQO-Team, dass es an der Zeit für den nächsten Schritt - einen revolutionären - hin zum vollausgestatteten Wireless-PC ist", so Jory Bell, Präsident und CEO von OQO. "Wir wollten einen Ultra-Personal-Computer, den man immer dabei hat, der aber dennoch leistungsfähig genug ist, Ihr einziger PC zu sein. Wir haben ein Gerät ersonnen, das den drahtlosen Zugriff als zentrale Idee für die mobile Erfahrung begreift. Darüber hinaus haben wir versucht, etwas zu realisieren, dass die Menschen optimistisch über die Zukunft stimmt."

Zumindest eine Design-Arbeit von OQO wird vielen Computer-Interessierten bereits bekannt sein: Jory Bell, Jonathan Betts-Lacroix und andere Mitglieder des OQO-Teams haben das Design des Apple Titanium Powerbook entwickelt. Die Entwicklung des OQO-PC, der an IBMs MetaPad-Studie erinnert, wurde 1999 in Angriff genommen.  (ck)


© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/