Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0204/19198.html    Veröffentlicht: 08.04.2002 09:58    Kurz-URL: https://glm.io/19198

Xbox: Verkaufsflop in Japan

Verkaufszahlen liegen unter Erstauslieferungsmenge

Von vorneherein war davon auszugehen, dass Microsoft mit der Xbox auf dem japanischen Markt einen schweren Stand haben würde, erste Analysen der bisher abgesetzten Konsolenzahl sind allerdings noch deutlich schlechter als erwartet: Während Bloomberg 165.000 verkaufte Konsolen meldet, geht Reuters von etwa 190.000 Konsolen aus.

In beiden Fällen liegt die abgesetzte Menge also noch deutlich unter der Auslieferungsmenge am Erstverkaufstag, die 250.000 Konsolen betrug. Während sich Bloomberg auf eine landesweite Umfrage unter Händlern stützt, basieren die Reuters-Zahlen auf einer Angabe des japanischen Spielemagazins Enterbrain. In beiden Fällen bezieht sich die abgesetzte Menge auf den Zeitraum seit dem Erstverkaufstag am 22. Februar bis Ende März.

Wie dramatisch Microsoft damit hinter die Konkurrenten Sony und Nintendo zurückfällt, verdeutlichen auch die Verkaufszahlen der letzten März-Woche, in der laut Bloomberg etwa 100.000 PlayStation 2, 25.000 Gamecube, aber nur etwa 4.000 Xbox abgesetzt werden konnten. Analysten erwarten nun eine Preissenkung von Microsoft, wobei die Xbox in Japan mit 34.800 Yen (knapp 300 Euro) nur unwesentlich über dem Preis der PlayStation 2 liegt.

Als mögliche Gründe für den bisherigen Misserfolg im japanischen Markt können verschiedene Gründe angeführt werden: Abgesehen davon, dass die einheimischen Hersteller Nintendo und Sony in Japan über eine weitaus bessere Akzeptanz unter den Konsumenten verfügen, ist auch die Tatsache, dass die Anzahl der speziell auf den japanischen Markt abgestimmten Spiele für die Xbox recht gering ist, für die niedrige Nachfrage mitverantwortlich. Auch die von einigen Kunden geäußerten Beschwerden, die Xbox würde DVDs zerkratzen, trugen nicht gerade zur Popularitätssteigerung der Konsole bei.  (tw)


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