Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0203/18939.html    Veröffentlicht: 20.03.2002 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/18939

Deutlicher Besucherrückgang auf der CeBIT 2002

Aussteller laut BITKOM dennoch zufrieden

Auch wenn laut einer Umfrage des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) unter den Ausstellern die CeBIT 2002 die Erwartungen erfüllen konnte, musste die Computermesse in diesem Jahr doch einen deutlichen Rückgang der Besucherzahlen verzeichnen - 700.000 Besucher bedeuten einen Rückgang um 17,6 Prozent.

Laut BITKOM hat die Besucherzahl zwar nicht das Vorjahresniveau erreicht, aber die Zahl der Kunden sei konstant geblieben. Interessierte Kunden schickten anders als in den Vorjahren keine große Delegation auf die Messe, sondern einzelne, zumeist hochrangige Firmenvertreter, die Investitionsentscheidungen in den Unternehmen tätigen können.

Die Deutsche Messe AG betont vor allem die hochwertige Besucherstruktur der CeBIT. Die Internationalität der Messe habe sich auf hohem Niveau noch einmal weiterentwickelt. 24,2 Prozent der Fachbesucher (22,9 Prozent im Vorjahr) kamen aus dem Ausland, rund 12,3 Prozent davon aus Osteuropa. Auch die Zahl der Fachbesucher aus den USA stieg von 8.900 im Vorjahr auf 9.400 in 2002.

Der Anteil der Besucher aus der Geschäftsleitung sei von 18,1 auf 20,9 Prozent gestiegen. Die hohe Besucherqualität drücke sich in der Steigerung der Entscheidungskompetenz der Fachbesucher aus. 32,3 Prozent (29,4 Prozent) der Fachbesucher seien ausschlaggebend für die Beschaffungsentscheidung ihrer Institution bzw. ihres Unternehmens, so die Deutsche Messe AG.

Die Unternehmensberatung Mummert+Partner kommt hingegen zu anderen Schlüssen. So sei der Grund für den Besucherschwund nicht nur in der Branchenflaute zu suchen. "Die Messe werde immer unwichtiger, darin sind sich Besucher und PC-Händler einig." Als Grund für ihr Fernbleiben nennen Internet-Nutzer am häufigsten (26 Prozent), der Zeitaufwand lohnt sich nicht mehr, so Mummert+Partner.

Weitere Gründe: zu viele Angebote auf zu wenig Platz (10 Prozent) und das alles noch unübersichtlich (9 Prozent). Viele Aussteller planen darüber hinaus an den Bedürfnissen der Messebesucher vorbei, so die Unternehmensberatung unter Berufung auf eine Umfrage, die man zusammen mit dem IT-Dienstleister inworks durchgeführt hat.

Das Hauptproblem der CeBIT laut Mummert+Partner: Kundenwünsche und Messeschwerpunkte driften auseinander. Die Aussteller setzen auf Zukunftstechnologien. Aus ihrer Sicht waren UMTS und der mobile PC die Topthemen der diesjährigen Messe. Doch die Verbraucher sehen das anders: Ihnen geht es um Themen, die im PC-Alltag schon heute wichtig sind. Vor allem die Sicherheit vor Viren und Datenverlust, die mehr als zwei Drittel (69 Prozent) nennen. An zweiter Stelle nennen Verbraucher (zu 64 Prozent) das Internet - es muss schneller werden. Doch das Verbraucher-Thema "Highspeed Internet" finden die Aussteller laut Mummert+Partner nicht wichtig.

Dasselbe denken viele Händler der Umfrage zufolge inzwischen auch über die CeBIT: Die großen Elektronikhäuser messen der CeBIT nicht mehr die Bedeutung der Vorjahre zu. Der Grund: Technische Neuheiten, die auf der Messe vorgestellt werden, sind für den Privatmann uninteressant und unbezahlbar. Einziger Hoffnungsträger für den Handel war der Mobilfunk.  (ji)


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