Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0203/18919.html    Veröffentlicht: 20.03.2002 11:18    Kurz-URL: https://glm.io/18919

Wireless LAN - Markt in Bewegung

Preissenkung bei 11-Mbps-Hardware; 54 Mbps ab Ende 2002 in Europa?

Auf der CeBIT 2002 kündigte der mittlerweile über 70 Mitglieder starke Interessensverband "Wireless Ethernet Compatibility Alliance" (WECA) an, dass eine Europa-taugliche Version des im 5-GHz-Frequenzband operierenden 54-Mbps-WLAN-Standards IEEE 802.11a in der zweiten Jahreshälfte 2002 fertig sein soll. Währenddessen zeichnet sich ein Preisrutsch bei 11-Mbps-WLAN-Erweiterungskarten nach IEEE-802.11b-Standard ab.

Um 54-Mbps-WLAN-Hardware auch in Europa nutzen zu können, müsse der IEEE-802.11a-Standard um Dynamic Frequency Selection (DFS) und Transmit Power Control (TPC) erweitert werden, um Kanäle mit bester Verfügbarkeit zu ermitteln und nur die möglichst kleinste Sendeleistung zu verwenden. Damit sollen Konflikte mit dem ebenfalls im 5-GHz-Band arbeitenden europäischen HiperLAN/2-Verfahren der ETSI vermieden werden. Die Bezeichnung des modifizierten WLAN-Standards soll IEEE 802.11h lauten.

Sowohl IEEE 802.11a als auch IEEE 802.11h bieten zwar eine theoretische Bandbreite von 54 Megabit pro Sekunde, davon bleiben effektiv 20 bis 28 Megabit übrig. Trotz der unterschiedlichen Spezifikationen für US- und EU-54-Mbps-WLAN strebe man letztendlich einen einheitlichen Standard an, um die Herstellung zu vereinfachen.

Die ersten von der WECA zertifizierten und mit dem "Wi-Fi 5"-Logo versehenen IEEE-802.11h-Produkte erscheinen im ersten Quartal 2003 ; IEEE-802.11h-Hardware soll allerdings schon ab dem vierten Quartal 2002 erhältlich sein, zumindest wenn die EU bis dahin grünes Licht für den Betrieb gibt. Ein Teil der IEEE-802.11a/h-Produkte soll ab Ende 2002 auch IEEE 802.11b (11 Mbps, effektiv 5-6 Mbits) unterstützen.

Bei den reinen und in Europa seit längerem nutzbaren IEEE-802.11b-Lösungen scheinen während der CeBIT 2002 die Preise ins Rutschen gekommen zu sein. Waren zuvor noch rund 150,- oder mehr Euro in eine WLAN-PC-Card zu investieren, bieten einige Hersteller - wie beispielsweise Belkin - nun schon Karten für rund 130,- Euro im Handel an. Der Mainboard-Hersteller Epox gab gegenüber Golem.de auf der CeBIT an, dass man in Kürze mit einer eigenen WLAN-PC-Card auf den Markt kommen werde und einen Preis von 100,- Euro anstrebe. Damit rutscht der Preis dann immer mehr in Regionen, die auch für Privatanwender interessant werden.

Gerade Privatanwendern ist jedoch nicht immer klar, dass insbesondere drahtlose Netzwerke eine Absicherung mittels Verschlüsselung erfordern, um eine gewisse Absicherung vor Lauschern zu haben. Die WECA sieht deshalb die Implementierung von besseren End-to-End-Sicherheitslösungen als Notwendigkeit für die Zukunft an.

Ein weiteres Problem - wenn auch mehr für die professionelle Anwendung - sind zudem Konflikte zwischen WLAN- und der sendeschwächeren Bluetooth-Hardware, die jeweils im 2,4-GHz-Frequenzband funken: Bis zu 30 Prozent der gesendeten WLAN-Datenpakete würden bei gleichzeitiger Bluetooth-Aktivität verloren gehen, die Funkverbindungen dabei aber nicht abreißen, hieß es in einer WECA-Pressekonferenz auf der CeBIT.  (ck)


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