Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0203/18693.html    Veröffentlicht: 11.03.2002 09:31    Kurz-URL: https://glm.io/18693

8 Milliarden Euro E-Commerce-Umsatz in Deutschland erwartet

Tchibo, Metro und die Versandhändler verbuchen den Hauptanteil

Der E-Commerce-Experte des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Olaf Roik, teilte mit, dass im vergangenen Jahr in Deutschland nach Schätzungen des HDE Online-Shopping-Umsätze in Höhe von fünf Milliarden Euro erzielt wurden. Für das laufende Jahr erwartet man einen Anstieg auf gut acht Milliarden Euro. Dies würde einem Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz von etwa 1,6 Prozent entsprechen.

Trotz positiver Entwicklung flacht der Wachstumspfad damit in diesem Jahr erstmals deutlicher ab, nachdem sich im Vorjahr die Umsätze verdoppelt hatten, so Roik. Selbst wenn in den kommenden Jahren ein weiterhin dynamisches Wachstum zu erwarten ist, wurde der Höhepunkt der Umsatzsteigerungen im Business-to-Consumer-Bereich (B2C, Online-Shopping) überschritten, meinte Roik.

Die erfolgreichsten Internetshops werden heute in der Mehrzahl nicht mehr von reinen Online-Händlern, sondern von klassischen Handelsunternehmen betrieben, so der HDE. Unter den Top-E-Commerce-Angeboten befinden sich unter anderem Tchibo, die Metro-Tochter Primus und die Versandhändler Otto, Quelle und Neckermann. Parallel zum B2C-Geschäft forcieren die Handelsunternehmen ihre Aktivitäten im Business-to-Business-Bereich (B2B). In der Kommunikation und Transaktionsabwicklung zu den Beschaffungsmärkten wird oftmals das weitaus größere Potenzial gesehen. So setzen nach einer HDE-Umfrage zwei Drittel der Einzelhandelsunternehmen das Internet zur Warenbeschaffung ein. Lediglich ein Viertel nutzt es, um Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen.

Insgesamt wird das Internet immer häufiger für Zwecke eingesetzt, die eng mit der konkreten Abwicklung von Transaktionen verbunden sind, so Roik. So gewinnt der Verkauf und die Beschaffung von Ware im Internet etwa gegenüber Warenpräsentation und Recherche in den letzten Jahren an Bedeutung. Dies deutet darauf hin, dass auch für die kleinen und mittelständischen Betriebe die Phase des Abwartens und Ausprobierens vorbei ist. Die Unternehmen intensivieren ihre Aktivitäten oder steigen gegebenenfalls aus dem elektronischen Geschäft aus, falls sich die bisherigen Investitionen als unrentabel herausgestellt haben.  (ad)


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