Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0203/18675.html    Veröffentlicht: 08.03.2002 09:27    Kurz-URL: https://glm.io/18675

Deutschland liegt zurück beim Mobile Payment

Fehlende gemeinsame Plattform von Mobilfunkbetreibern und Banken

Deutsche Handynutzer haben beim mobilen Bezahlen weiter das Nachsehen. Zwar würden circa 30 Prozent der Bundesbürger laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Forrester das Handy für mobile Transaktionen nutzen. Doch in Wirklichkeit wartet das Mobilfunkmusterland Deutschland seit langem auf den Durchbruch bei Mobile Payment.

So zählt etwa der Handy-Zahlungsservice Paybox auch zwei Jahre nach Marktstart erst ein Prozent der deutschen Mobilfunknutzer zu seinen Kunden - weitere groß angekündigte Initiativen sind bislang nicht über Pilotversuche hinausgekommen oder wurden inzwischen eingestellt, so die auf Telekommunikation spezialisierte Unternehmensberatung DiamondCluster International. Die Experten zweifeln, ob das von verschiedenen Seiten prognostizierte Marktvolumen von sieben Milliarden Euro bis 2005 erreicht werden kann.

Dr. Christiane Fotschki von DiamondCluster International kommentierte: "Die fehlende Zusammenarbeit zwischen Banken und Mobilfunkbetreibern verhindert den Durchbruch beim Mobile Payment in Deutschland." Verschlafen die Deutschen wieder einmal die Zukunft?

Dass es auch anders geht, beweist Spanien. Nachdem dort wie in Deutschland zunächst verschiedene Systeme erfolglos miteinander konkurrierten, setzten sich 2001 alle Mobilfunkbetreiber und 80 Prozent der Banken an einen Tisch. Sie einigten sich auf die gemeinsame Plattform Mobipay, die in diesem Sommer an den Start geht. "Mobipay erfüllt alle wesentlichen Voraussetzungen für eine Erfolgsstory, wie beispielsweise die breite Zustimmung der Mobilfunkbetreiber und Banken", so Dr. Christiane Fotschki von DiamondCluster International.

Der Markterfolg stelle sich nur ein, wenn ein ähnlicher Schulterschluss von Mobilfunkbetreibern und Banken gelinge wie in Spanien, so die Analysten.  (ad)


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