Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0203/18544.html    Veröffentlicht: 01.03.2002 09:34    Kurz-URL: https://glm.io/18544

Die Luft für IT-Berater wird dünner

Anwender sparen an den Ausgaben für Consultants

Die Luft für IT-Berater wird dünner: Anwender sparen derzeit an den Ausgaben für Consultants. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter 170 CIOs (Chief Information Officers - EDV-Leiter), die das IT-Wirtschaftsmagazin CIO im Dezember 2001 und im Januar 2002 durchführte. Demnach planen mehr als ein Drittel (34,3 Prozent) der Befragten, ihre Ausgaben für Beratungsleistungen im nächsten Geschäftsjahr zurückzufahren; bei knapp der Hälfte der Kundenunternehmen (47,3 Prozent) werden die Ausgaben voraussichtlich stagnieren.

Nur 18,3 Prozent der IT-Entscheider glauben, im kommenden Jahr mehr Geld für Beratungsleistungen zur Verfügung zu haben. Besonders sparsam wollen Banken und Versicherungen sowie die Automobilbranche sein: Fast zwei Drittel der befragten Finanzdienstleister (64,7 Prozent) und sogar mehr als 71 Prozent der Automotive-Unternehmen rechnen für kommendes Jahr mit sinkenden Consulting-Ausgaben.

Die knappe Finanzdecke der Anwender spiegelt sich auch darin wider, wie sie die Leistungen der großen Beratungsunternehmen beurteilen: Während die CIOs die Kompetenzen der Consultants bezüglich Technikkompetenz, Pünktlichkeit oder Beratungsqualität eher nur milde kritisieren, zeigen sich die Budget-Inhaber insbesondere in punkto Preisgestaltung ungnädig bei der Benotung. Vor allem die großen Namen der Branche wie Accenture (Durchschnittsnote Preisgestaltung von 4,2) oder KPMG (Note: 3,8) müssen sich mit einer vergleichsweise schlechten Bewertung hinsichtlich ihrer Preisgestaltung bescheiden.

Als Beraterleistung gefragt ist nach wie vor die Integration von Standard-Business-Software wie SAP R/3. Allein in der großen Gruppe des verarbeitenden und produzierenden Gewerbes bindet das Thema Enterprise Resource Planning (ERP) die meisten Consulting-Kapazitäten. In 50 Prozent aller Unternehmen dieses Sektors laufen ERP-Projekte. Es folgen der Finanzsektor mit gut 40 und der Handel mit rund 35 Prozent.  (ad)


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