Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0202/18304.html    Veröffentlicht: 15.02.2002 13:08    Kurz-URL: https://glm.io/18304

Deutsche Spieleschmiede Ascaron gerettet

Arbeitsplätze gesichert

Nachdem der Gütersloher Computerspielehersteller Ascaron am 31. August 2001 einen Insolvenzantrag stellen musste, konnte das Unternehmen nun den Erfolg des eingerichteten Rettungskonzeptes berichten. Nachdem die Gläubigerversammlung diesem in der vergangenen Woche einstimmig zustimmte, kann jetzt die neugegründete Ascaron Entertainment GmbH den Betrieb aufnehmen.

Sie hat alle Rechte einschließlich der Marke Ascaron übernommen und ist auch Arbeitgeber der bisherigen Mitarbeiter. Die 80 Angestellten des Entwicklers für Computerspiele arbeiten fast ausnahmslos bei Ascaron weiter. Mit Spielen wie dem Fußballmanager Anstoss und der Wirtschaftssimulation Patrizier hatte Ascaron mehrfach wochenlang die Nr. 1 in den Verkaufslisten inne. Allein Anstoss wurde mehr als 1,5 Millionen Mal verkauft.

Der alte und neue Geschäftsführer und Gesellschafter Holger Flöttmann zur Zielrichtung des Unternehmens: "Wir bauen auf unserem guten Ruf in der Branche und damit auf Qualität auf. Hinzu kommt eine Ausweitung des Programms. Dafür haben wir in den letzten Jahren die Grundlagen gelegt und viel investiert. Durch die neue Finanzierungssicherheit sind wir nun in der Lage, mit unserer hochentwickelten Basistechnologie neue Produkte zu generieren."

Möglich wurde die wirtschaftliche Neuaufstellung von Ascaron durch den Investor und neuen Mitgesellschafter Heino Nollmann. Der als Medienunternehmer tätige Gütersloher sieht Ascaron als typisches Beispiel, wie trotz erstklassiger Kompetenz und hervorragender Positionierung am Markt vielversprechende Unternehmen nur auf Grund mangelnder Finanzierungsmöglichkeiten schnell vor dem Aus stehen können. Nur weil im Fall Ascaron viel Flexibilität und Kooperationswille zusammengekommen seien, stehe man nun vor einer starken Zukunft.

Ascaron-Gründer Holger Flöttmann hob in diesem Zusammenhang Insolvenzverwalter Frank Welsch hervor, dessen konstruktives Rettungskonzept alle überzeugt hätte. Einen großen Anteil am Überwinden der Insolvenz habe zudem die Sparkasse. Sie habe Ascaron auch in schwerer Zeit zur Seite gestanden und durch die Beantragung der auch von der Industrie- und Handelskammer und der Gewerkschaft unterstützten Landesbürgschaft einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt von Ascaron und damit zukunftsträchtigen Arbeitsplätzen geleistet.

Als nächstes wird Ascaron den Titel Port Royal, den Nachfolger des erfolgreichen Spiels Der Patrizier, veröffentlichen.  (tw)


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