Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0201/17776.html    Veröffentlicht: 15.01.2002 16:48    Kurz-URL: https://glm.io/17776

Guillemot/Hercules kehrt NVidia den Rücken

In Zukunft nur noch Grafikkarten mit ATIs Radeon- und STMs Kyro-Chips

Guillemot/Hercules wird in Zukunft nur noch Grafikkarten mit Chips von ATI und ST Microelectronics bestücken. Wie das Unternehmen gegenüber Golem.de mitteilte, werden die bestehenden Produkte mit NVidias GeForce2- und GeForce3-Chips sukzessive durch Grafikkarten mit ATI-Chips ersetzt.

Guillemot-Pressesprecher Christian Reul erklärte dazu: "Die Produkte von STM, Kyro und Kyro II liegen bei uns in der Budgetklasse. Wir sind so in der Lage, gute Performance zu einem sehr günstigen Preis zu bieten. Darauf stockt dann unsere ATI-basierende Linie auf. Wir statten also unterschiedliche Leistungsklassen mit unterschiedlichen Chipsätzen aus, um immer ein optimales Preis-/Leistungsverhältnis gewährleisten zu können."

Durch den Wechsel der Partnerschaft erhofft sich Reul neue Impulse auf dem Grafikkartenmarkt, insbesondere auf Grund der in Europa exklusiv von ATI lizenzierten All-In-Wonder-Technologie: "Von der Zielgruppe wendet sich die Hercules-All-In-Wonder-Reihe an alle ambitionierten Multimedia-Anwender und schließt somit die Gruppe der Gamer gleich mit ein. Es wird auch weitere Produkte für die einzelnen Zielgruppen geben, Markteinführung wird zur CeBIT sein", so Christian Reul. Ob es sich dabei um Produkte handelt, auf denen ATIs zur CeBIT erwarteter Radeon-8500-Nachfolger (R200) mit Codenamen R300 werkeln wird, gab er nicht an.

Auf die Frage, wie er die Marktentwicklung im Bereich Grafikchips sieht, erklärt Reul gegenüber Golem.de: "Der Grafikchip-Markt ist recht inhomogen: Man muss schon zwischen Retail und OEM sowie den einzelnen Ländern unterscheiden. Deshalb möchte ich mich nicht auf einen generellen 'Marktführer' festlegen. Sicher ist für uns auf jeden Fall, dass ATI einer der ganz großen Player im Grafikchip-Business ist, der über sein Umsatzvolumen hinaus auch noch clevere Lösungen zu bieten hat. Und genau diese cleveren technischen Lösungen sind es, die uns auch zu einer Kooperation mit STM veranlasst haben."

Die Partnerschaft zwischen ATI und Guillemot/Hercules wurde Anfang letzter Woche angekündigt. Guillemot ist nach Gigabyte der zweite große Hersteller, den NVidia als Kunden verliert. Gerüchteweise soll NVidia schon recht ungehalten auf die Aufnahme von Kyro- und Kyro-II-Grafikkarten in Guillemots Produktportfolio reagiert haben. Eine Reaktion auf die Wechsel zum Konkurrenten ATI gab es unterdessen von NVidia nicht, auch nicht gegenüber Guillemot: "Mir ist bisher noch keine Reaktion zu Ohren gekommen", so Christian Reul.  (ck)


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