Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/9809/1771.html    Veröffentlicht: 25.09.1998 17:38    Kurz-URL: https://glm.io/1771

Digitale Unterschrift kommt

Gestern hat die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) die staatliche Zertifizierungsstelle für digitale Signaturen in Mainz in Betrieb genommen.

Diese wird in Zukunft die Einrichtung von privaten Zertifizierungsstellen und die Einhaltung der Signaturverordnungen beaufsichtigen. Die privaten Zertifizierungsstellen hingegen stellen die Schlüssel für digitale Signaturen der Anwender bereit. Diese Signaturen garantieren durch die Zertifikate ihre Echtheit, da jeder der Signaturschlüssel indirekt von der übergeordneten staatlichen Zertifizierungsstelle unterschreiben wird.

Die Mainzer Zertifizierungsstelle ist im Auftrag der RegTP durch die Telekom errichtet und gestern an die RegTP übergeben worden und soll nun ihre Arbeit aufnehmen. Die Telekom selbst hat bereits im März einen Antrag auf ein entsprechendes Zertifikat gestellt und will noch im Herbst in allen T-Punkten digitale Signatur-Chipkarten ausgeben.

Die digitale Signatur schafft die Voraussetzung für einen sicheren Austausch von Daten in der Computerkommunikation und über das Internet. Damit kann beim Datentransport in offenen Telekommunikationsnetzen erstmals festgestellt werden, von wem ein Dokument stammt und ob es bei der Übermittlung verfälscht wurde. Anwendungsgebiete sind elektronische Steuererklärungen, Onlinebanking, Telemedizin, Datenarchivierung, Vertragsübermittlungen und der elektronische Behördenverkehr, wobei zu bedenken ist, daß die digitale Zertifizierung nur der erste Schritt ist - auf Seiten der Wirtschaft und des Staates müssen viele verwaltungstechnische und -rechtliche Problemfelder aus dem Weg geräumt werden, bevor es heißen kann: unterschreiben sie einfach mit ihren guten Bits und Bytes.  (ji)


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