Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0112/17557.html    Veröffentlicht: 27.12.2001 08:39    Kurz-URL: https://glm.io/17557

Amerikaner nutzen Internet zunehmend für religiöse Zwecke

62 Prozent erhoffen mehr religiöse Toleranz durch das Internet

In einer repräsentativen Umfrage, bei der das Pew Internet & American Life Project im Sommer 2001 US-Amerikaner befragte, wurde untersucht, wie sehr das Internet für religiöse Zwecke genutzt wird. Demnach besuchen mehr als drei Millionen Amerikaner täglich Websites mit spirituellem oder religiösem Material und damit deutlich mehr als im letzten Jahr, als nur 2 Millionen entsprechende Websites täglich aufsuchten. Rund 25 Prozent der befragten Personen gaben an, gelegentlich religiöse oder spirituelle Websites aufzusuchen. Im Jahr zuvor waren es noch 21 Prozent.

Nach Angaben der Autoren der Studie haben damit in den USA mehr Personen religiöse oder spirituelle Informationen gesucht als an virtuellem Glücksspiel, Webauktionen oder Onlinebroking bzw. Banking, Webtelefonie oder Kontaktbörsen teilgenommen haben.

Die Ereignisse des 11. September 2001 haben darüber hinaus den Webanbietern religiöser oder spiritueller Informationen deutlichen Zulauf gebracht. 41 Prozent der Befragten, die normalerweise solche Informationen nicht online aufsuchen würden, gaben an, per E-Mail religiöse Botschaften empfangen oder versendet zu haben.

23 Prozent der Befragten haben online nach Informationen über den Islam gesucht, wobei die Studienautoren darauf hinweisen, dass dies mehr der generellen Informationsbeschaffung als religiösen Motiven zuzurechnen sei. Rund sieben Prozent der Internet-Anwender haben Spendenorganisationen online Geld zukommen lassen.

Die meisten religiösen Online-Aktivitäten dienen der Informationsbeschaffung, aber auch der Austausch mit Freunden oder Fremden sei populär, so die Studie. Dabei haben rund zwei Drittel der religiösen Internetsurfer Informationen über ihren eigenen Glauben gesucht, die Hälfe von ihnen aber auch zu anderen Glaubensrichtungen.

Dabei sei bei den als religiös eingestuften Surfern der E-Mail-Austausch ein wichtiges Kommunikationsmittel: 35 Prozent verwenden die elektronische Post zum Versenden von Ratschlägen, 21 Prozent erhalten diese per E-Mail. 38 Prozent der religiösen Surfer verwendeten E-Mail zur Aufforderung zum Gebet.

64 Prozent der religiösen Anwender glauben, dass ihnen das Internet einen leichteren Zugang zu Studienmaterialien ermöglicht als herkömmliche Methoden. Und 62 Prozent glauben, dass die Online-Verfügbarkeit entsprechenden Materials die religiöse Toleranz verbessern helfe.  (ad)


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