Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0112/17334.html    Veröffentlicht: 07.12.2001 09:23    Kurz-URL: https://glm.io/17334

Postbank will Onlinebanking-Marktführer werden

Strategische Kooperation mit AOL

Die Postbank will die Marktführerschaft beim Online-Banking in Deutschland erringen. Bis zum Jahr 2005 soll der Marktanteil von heute knapp 9 auf 13 Prozent gesteigert werden. Die Anzahl der Online-Konten und -Depots soll auf 3,5 Millionen Stück wachsen. Derzeit gibt das Unternehmen 1,2 Millionen Kunden an, die ihre Girokonten oder Wertpapierdepots online führen.

Die Bank will im Rahmen ihrer Multikanalstrategie zukünftig alle Produkte und Finanzdienstleistungen online anbieten. "Unsere zehn Millionen Kunden sollen die Wahl haben, ob sie ihre Bankgeschäfte in einer der 13.000 Filialen der Deutschen Post erledigen, am Telefon oder im Internet. Alle Zugangswege der Bank sollen in punkto Performance, Nähe und Einfachheit gleichwertig nebeneinander stehen", kündigte Dr. Wolfgang Klein an, der im Postbank Vorstand für eBanking zuständig ist.

Um ihre ehrgeizigen Ziele zu erreichen, geht die Postbank strategische Allianzen ein. So hat sie eine Partnerschaft mit AOL Deutschland geschlossen. Die Postbank ist ab sofort "Favored Partner im AOL-Finanzen-Channel". Die beiden Unternehmen streben eine enge Medien- und Content-Partnerschaft an. Im Gegensatz zu allen bisherigen Partnern von AOL wird die Postbank sich in einem Großteil des gesamten Finance Channel präsentieren, statt nur in speziellen Bereichen. Die Partner haben eine umfassende Zusammenarbeit im Bereich Finanzinformationen vereinbart. Den weit über zwei Millionen AOL-Mitgliedern stehen damit Informationen in den Bereichen Banking und Brokerage zur Verfügung. Die Kooperation umfasst darüber hinaus eine Partner-Website mit exklusiven Specials für AOL-Mitglieder sowie eine individuell auf die Postbank zugeschnittene Bannerkampagne.

"www.postbank.de ist heute bereits mit monatlich mehr als 500.000 Besuchern eine der meistgenutzten Internetseiten im Wirtschafts- und Finanzbereich in Deutschland", berichtete Wolfgang Klein. "Die Kunden geben uns Recht, das Wachstum von 'Postbank Online' ist ungebrochen. Die Service-Tools treffen das Interesse der Kunden, und das spricht sich in der Online-Welt herum. Diesen Weg werden wir konsequent weiterverfolgen. Gleichzeitig wollen wir durch die Partnerschaft mit AOL hier nochmals einen Quantensprung nach vorn machen und uns neue Zielgruppen erschließen, denn der AOL-Finanzen-Channel gehört bundesweit zu den beliebtesten Verbraucher-Angeboten im Internet."

In diesem Sinne haben die Partner eine Online-Vertriebskooperation abgeschlossen und wollen zukünftig gemeinsam neue Online-Marketing- und Vertriebsformen entwickeln. "Wir freuen uns, mit einem so starken Partner wie der Postbank zusammenzuarbeiten, dessen hochqualitative Inhalte und Service-Tools unser Finanz-Angebot in idealer Weise ergänzen", so Uwe Heddendorp, Vorsitzender der Geschäftsführung AOL Deutschland.

Wolfgang Klein ist sicher, dass "der Online-Kanal im Rahmen der Multikanalstrategie der Postbank zukünftig stark an Bedeutung gewinnen wird." Www.postbank.de steht nach seiner Aussage gemeinsam mit Postbank easytrade vor einer konsequenten Weiterentwicklung zum integrierten Finanzportal für Banking und Brokerage. Den Fokus im Privatkundensegment sieht er bei Services, Verkauf und Transaktionen. Klein betont, dass "der Online-Kanal für unsere Kunden - und damit für uns - ein vollwertiger und strategisch stark an Bedeutung gewinnender Kanal ist, der einen essenziellen Beitrag zur Kundenbindung liefert."

Die Online-Kunden stellen im Rahmen der Privatkundenstrategie der Postbank eine strategisch wichtige Kundengruppe dar. Sie weisen um 40 Prozent höhere Zahlungseingänge und eine um 13 Prozent höhere Verflechtungsquote bei Produkten auf als herkömmliche Postbankkunden. Klein ist optimistisch, den Anteil der Online-Konten an den vier Millionen Girokonten der Postbank von derzeit rund 25 Prozent auf 70 Prozent im Jahr 2005 steigern zu können. Den Anteil der online getätigten Überweisungen will die Postbank im gleichen Zeitraum von aktuell unter 20 auf 50 Prozent steigern.

Online-Banking ist für die Postbank die mit Abstand kostengünstigste Transaktionsplattform. Bei einer papiergebundenen Transaktion entstehen der Postbank Kosten von über einer DM; bei einer Online-Überweisung dagegen nur drei Pfennige. Diesen Preisvorteil kann die Postbank konsequent durch günstige Konditionen an ihre Kunden weitergeben. Auch bei den Vertriebszielen hat die Postbank sich viel vorgenommen. Sie will bis 2005 die Online-Produktabschlüsse auf über 110.000 Stück nahezu verzehnfachen.

Erstmals hat die Postbank mit dem Online-Ratenkredit auch ein Produkt mit gegenüber dem konventionellen Abschluss deutlich günstigeren Konditionen im Internet angeboten.

Die Postbank will ihr Internet-Engagement künftig auch auf den Firmenkundenbereich ausdehnen und das Angebot sukzessive ausbauen. Im ersten Schritt soll die Bedienerfreundlichkeit des Internetauftrittes erhöht und alle Produkte und Services für Firmenkunden auch im Internet angeboten werden. Die Postbank wird dieses Angebot zielgruppenspezifisch zusammenstellen, um sowohl den Anforderungen eines Handwerkers als auch denen eines Industrieunternehmens gerecht werden zu können. Auch großvolumigen Zahlungsverkehr sollen Firmenkunden zukünftig via Internet abwickeln können.  (ad)


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