Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0110/16542.html    Veröffentlicht: 24.10.2001 15:00    Kurz-URL: https://glm.io/16542

Spieletest: Jack Orlando - The Directors Cut

Neu aufpolierte Version des klassischen Detektiv-Abenteuers

Schon fast vier Jahre ist es her, dass man als Privatdetektiv Jack Orlando erstmals seine Unschuld in einem undurchsichtigen Mordfall beweisen musste. Zuxxez Entertainment und JoWooD lassen das Amerika der dreißiger Jahre nun erneut im Directors Cut auferstehen.

Wer 1997 also noch nicht zu den spielenden PC-Besitzern zählte oder den Titel aus anderen Gründen links liegen ließ, erhält jetzt erneut die Möglichkeit, dem nicht immer leichten Leben von Jack Orlando beizuwohnen. Einst ein angesehener Privatdetektiv, brachten die letzten Jahre eine Reihe privater und beruflicher Rückschläge, so dass vom früheren Glanz nicht mehr viel zu spüren ist und Orlando sich immer mehr in dreckigen Spelunken dem Alkohol verschreibt.

Screenshot #1
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Eines Abends allerdings wendet sich das Blatt urplötzlich: Jack wird im angetrunkenen Zustand Zeuge eines Mordes. Da die Polizisten am Tatort neben der Leiche nur noch ihn vorfinden, richtet sich der Verdacht der Gesetzeshüter sofort auf den unschuldigen und nichtsahnenden Trenchcoat-Träger. Vom befreundeten Polizeikommissar erhält er zumindest für 48 Stunden Freigang - nicht unbedingt viel Zeit, um seine Unschuld zu beweisen und nebenbei noch ein Verbrechen von viel größerem Ausmaß aufzudecken.

Screenshot #2
Screenshot #2
Die schon im Original spannende Story gewinnt im Directors Cut noch zusätzlich an Faszination, die überarbeiteten, allerdings dennoch etwas antiquiert wirkenden comicartigen Grafiken und der von Harold Faltermeyer komponierte Soundtrack fangen die Stimmung der USA in den dreißiger Jahren recht passend ein. Einige neue Locations erweitern das Spiel in seiner Komplexität, zudem gibt das optimierte und übersichtlichere Inventar nicht mehr so viel Grund zur Klage wie in der Ur-Version.

Screenshot #3
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Die Rätsel sind immer noch teils recht knackig, allerdings lässt sich vor Spielstart wählen, ob man die leichte Version bevorzugt - hier kommen dann auch Anfänger schnell in den Genuss erster Spielerfolge. Wer die im klassischen Adventure-Stil geführten Multiple-Choice-Gespräche auf Dauer ein wenig zu langweilig findet, kann mit einem simplen Mausklick dem jeweils Gegenüberstehenden auch einen kleinen Faustschlag verpassen, um ihm wichtige Details zu entlocken. Allerdings sollte man auch nicht zu großzügig mit körperlicher Gewalt sein, der vom Alkohol geschwächte Körper Orlandos kann nämlich bei einem starken Gegner auch durchaus mal das Zeitliche segnen.

Fazit:
1997 erhielt Jack Orlando mittelmäßige bis gute Wertungen - vor allem die Tatsache, dass kaum neue Elemente den Adventure-Spaß versüßten, wurde mit Abzügen bestraft. 2001 weiß der Directors Cut durchaus zu gefallen, was einerseits an der leichten Bedienbarkeit und der spannenden Story liegt, andererseits aber auch daran, dass kaum noch klassische Point&Klick-Adventures erhältlich sind - zum empfohlenen Verkaufspreis von knapp 20 DM also eine durchaus überlegenswerte Anschaffung.  (tw)


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