Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/datenschuetzer-corona-app-nicht-auf-kosten-des-datenschutzes-aendern-2011-152128.html    Veröffentlicht: 15.11.2020 12:48    Kurz-URL: https://glm.io/152128

Datenschützer

Corona-App nicht auf Kosten des Datenschutzes ändern

Ein Landesbeauftragter für Datenschutz sieht mindestens ein schweres Versäumnis bei der Corona-App - ist aber gegen weniger Datenschutz.

Der Landesbeauftragte für Datenschutz in Baden-Württemberg, Stefan Brink, hält nichts von der Bekämpfung der Corona-Pandemie auf Kosten des Datenschutzes.

"Alles, was nach Einschränkung der Freiwilligkeit aussieht, und alles, was den Datenschutz einschränkt, ist kontraproduktiv", sagte er am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf Diskussionen rund um die Corona-Warn-App.

Winfried Kretschmann (Grüne), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, hatte in der Augsburger Allgemeinen zuvor eine grundlegende Überarbeitung der App gefordert.

Sie müsse um zahlreiche Funktionen erweitert und vor allem bei der Kontaktnachverfolgung verbessert werden, sagte er der Zeitung vor den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Montag. Dafür müsse der Datenschutz gelockert werden.

Dazu sagte Brink, dass die absolute Stärke der App ihre Sicherheit in Bezug auf den Datenschutz sei. Eine Aufweichung werde dazu führen, dass weniger Menschen sie nutzten als bisher. Änderungen an der App seien allerdings durchaus nötig.

Brink befürworte ebenso wie Kretschmann eine Check-in-Funktion für Gastronomie und Veranstaltungen und auch eine Erhöhung der Weiterleitungsquote bei positiven Tests. Auch müssten sämtliche Labore an die App angeschlossen werden. Das dies bisher nicht der Fall sei, sei ein schweres Versäumnis.

Vielfach sei aber inzwischen zu hören, es gebe die Pandemie noch, weil es den Datenschutz gebe. "Das ist absurd", sagte Brink. Der Datenschutzbeauftragte erneuerte sein Angebot an Kretschmann zu einem Gespräch über dieses Thema. Bislang sei der Regierungschef noch nicht auf ihn zugekommen.  (ps)


Verwandte Artikel:
Corona-Warn-App: Entwickler prüfen Clustererkennung mit QR-Codes   
(13.11.2020, https://glm.io/152089 )
Datenschutz: Politiker fordern Datenweitergabe durch Corona-App   
(29.10.2020, https://glm.io/151807 )
Android 11: Corona-App muss nicht mehr Standortdaten aktivieren   
(26.10.2020, https://glm.io/151719 )
Sony: Playstation 5 hört in Multiplayerspielen mit   
(12.11.2020, https://glm.io/152086 )
Am I in Porn & Pimeyes: Warum Gesichtserkennung gegen Rachepornos bedenklich ist   
(13.08.2020, https://glm.io/150103 )

© 1997–2021 Golem.de, https://www.golem.de/