Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/usa-droht-jamaika-bei-einsatz-von-huawei-5g-keine-hilfe-mehr-bei-hurrikans-2010-151787.html    Veröffentlicht: 28.10.2020 17:59    Kurz-URL: https://glm.io/151787

USA droht Jamaika

Bei Einsatz von Huawei-5G keine Hilfe mehr bei Hurrikans

Der US-Botschafter in Jamaika droht, humanitäre Hilfe bei Naturkatastrophen abzulehnen, wenn das Land chinesische Anbieter bei 5G nicht ausschließt.

US-Botschafter Donald Tapia hat der Regierung von Jamaika gedroht, im Katastrophenfall die Hilfe zu versagen, wenn der karibische Inselstaat sein 5G-Netz mit Huawei oder ZTE ausbaut. Das sagte Tapia im Gespräch mit der Tageszeitung Jamaica Observer. "Im Falle eines Hurrikans, eines Erdbebens oder einer anderen Naturkatastrophe können und werden wir nicht in einem kommunistischen chinesischen Netzwerk arbeiten, da dies denen die Möglichkeit gibt, alle uns vorliegenden Daten herunterzuladen", erklärte er.

Weiterhin würde das Finanzwesen des Landes lahmgelegt. "Die Konsequenzen werden sich auf das Bankwesen und jede Finanztransaktion von dieser Insel auswirken", sagte Tapia und fügte hinzu, "das ist die größte Konsequenz, dass Finanzinstitute und die Finanzen von Jamaika aufhören zu funktionieren."

Die führenden Mobilfunkbetreiber sind Cable and Wireless (Flow), Digicel und Oceanic Digital (Claro). Jamaica Observer berichtet, dass die Spectrum Management Authority (SMA), eine Agentur des Ministeriums für Wissenschaft und Technologie, bei der Vorbereitung von 5G-Diensten auf der Insel weit fortgeschritten sei. SMA-Geschäftsführerin Maria Myers-Hamilton sagte, die Frequenzbänder 24,25 bis 27,5 GHz, 37 bis 43,5 GHz, 47,2 bis 48,2 GHz und 66 bis 71 GHz sollten für 5G genutzt werden. Die Frequenzbänder würden derzeit von keinem der Mobilfunknetzanbieter Jamaikas genutzt. Sie betonte die Notwendigkeit für Jamaika, nationale Komitees einzurichten, um den lokalen Frequenzbedarf für 5G und die praktischen Möglichkeiten zu untersuchen, wie das Spektrum für die jamaikanische Wirtschaft von Nutzen sein kann.

Tapia machte deutlich, dass sein Land nationale Sicherheitsbedenken hinsichtlich der von chinesischen Unternehmen wie Huawei und ZTE angebotenen 5G-Technologie habe. Die US-Regierung hat ihre Vorwürfe einer angeblichen Spionagetätigkeit von Huawei für Chinas Regierung bislang nicht belegen können.

Zuvor hatten die USA Polen unter Druck gesetzt: Zukünftige Einsätze US-amerikanischer Truppen - einschließlich der Aussicht auf eine dauerhafte Basis mit der Bezeichnung Fort Trump - könnten von der polnischen Entscheidung zu Huawei abhängen.

 (asa)


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