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Big Navi (RDNA2)

Radeon RX 6900 XT holt Geforce RTX 3090 ein

Hoher Takt plus Infinity-Cache: AMDs Radeon RX 6000 mit RDNA2-Technik machen Nvidia starke Konkurrenz im Highend-Segment.

AMD hat die Radeon RX 6000 vorgestellt, genauer gesagt drei Grafikkarten für Spieler: Diese basieren auf dem Navi-21-Chip mit RDNA2-Architektur und kommen in den nächsten Wochen in den Handel. AMDs eigenen Benchmarks zufolge wird die Radeon RX 6900 XT gegen die Geforce RTX 3090 (Test) positioniert, die Radeon RX 6800 XT soll sich mit der Geforce RTX 3080 (Test) anlegen und die Radeon RX 6800 die Geforce RTX 3070 (Test) überholen.

Alle drei Karten nutzen den Navi 21, welcher im N7P-Verfahren bei TSMC produziert wird und satte 26,8 Milliarden Transistoren aufweist. Anders als der Navi 10 der Radeon RX 5700 XT (Test) weist der Navi 21 gleich 80 Compute Units anstelle von 40 CUs auf, zudem gibt es Architekturverbesserungen und der Takt steigt auf über 2 GHz.

Das Interface für die durchweg 16 GByte GDDR6-Videospeicher bleibt 256 Bit breit, wird aber um einen sogenannten Infinity-Cache ergänzt. Dieser 128 MByte große Puffer soll eine extrem hohe Bandbreite aufweisen (ca 2 TByte/s) und Daten für die GPU lokal vorhalten - das erinnert an den Cache der Xbox One und der Xbox 360, hier allerdings mit SRAM statt eDRAM. Außerdem verspricht AMD eine signifikant bessere Energie-Effizienz verglichen zu einem traditionellen 384-Bit-GDDR6-Interface, wie es die Geforce RTX 3090 nutzt.

Wie vorab angekündigt, unterstützen alle Radeon RX 6000 eine Hardware-Beschleunigung für Raytracing, auch der Support für DirectX 12 Ultimate sowie Direct3D Feature Level 12_2 und DirectStorage ist gegeben. Unter FidelityFX fasst AMD diverse verbesserte Techniken für D3D12 zusammen, etwa eine optimierte Version von Contrast Adaptive Sharpening (CAS). Außerdem arbeitet der Hersteller an einem Pendant zu Nvidias DLSS 2.0 (Deep Learning Super Sampling) via DirectML-Schnittstelle, dieses "Super Resolution"-Verfahren per Hardware-beschleunigtem Machine Learning wird aber nicht zum Launch der neuen Grafikkarten verfügbar sein.

Hinsichtlich der Performance hat sich AMD bei der Präsentation rein auf Rasterization-basierte Spiele konzentriert und Raytracing komplett ausgespart. Wichtig ist bei den Vergleichen, dass die Radeon-Karten teils im neuen Rage-Mode liefen, eine werkseitige Beschleunigung via höherem Power-Target innerhalb der Garantie. Hinzu kommt mit Smart Access Memory eine Technik, welche einen Synergie-Effekt aus den Ryzen 5000 zieht - genauer Resizable BAR Support mit bis zu 16 GByte. Beides zusammen soll die Framerate in 4K um 2 Prozent bis 13 Prozent erhöhen, wenn ein Ryzen 9 5900X verwendet wird.

Für die Radeon RX 6900 XT gibt AMD an, dass diese in 4K mit der Geforce RTX 3090 gleichauf liegt, wenn der Rage-Mode und der Smart Access Memory aktiv sind. Die Radeon RX 6800 XT soll in 4K und 1440p die Geforce RTX 3080 auch ohne diese zwei Hilfsmittel schlagen, die Radeon RX 6800 wiederum überholt mit Smart Access Memory die Geforce RTX 2080 Ti locker und sollte daher die Geforce RTX 3070 ebenfalls hinter sich lassen.

Am 18. November 2020 erscheint die Radeon RX 6800 XT für 650 US-Dollar und die Radeon RX 6800 für 580 US-Dollar, am 8. Dezember 2020 folgt die Radeon RX 6900 XT für 1.000 US-Dollar.

Nachtrag vom 29. Oktober 2020, 8:40 Uhr

Wir haben die technischen Daten um die TMUs, die ROPs und die Ray-Accelerators für die Schnittpunktprüfung mit den Polygonen ergänzt. Von den Intersection-Engines gibt es eine pro Compute Unit, wobei diese anders als bei Nvidia das Durchqueren der Beschleunigungstruktur (BVH Traversal) nicht beschleunigen.  (ms)


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