Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/watch-dogs-legion-im-technik-test-raytracing-sightseeing-in-london-2010-151759.html    Veröffentlicht: 30.10.2020 16:02    Kurz-URL: https://glm.io/151759

Watch Dogs Legion im Technik-Test

Raytracing-Sightseeing in London

Watch Dogs Legion nutzt eine tolle Implementierung von Raytracing-Spiegelungen, wovon das virtuelle London stark profitiert.

Mit Watch Dogs Legion (Test) hat Ubisoft den dritten Teil rund um die Hackerorganisation Dedsec veröffentlicht. Die PC-Version des Spiels und die Next-Gen-Konsolenableger nutzen Raytracing für Spiegelungen, was die Grafik der Disrupt-Engine deutlich aufwertet.

Derzeit ist eine Geforce RTX 2000/3000 dafür notwendig, denn AMDs Radeon RX 6000 erscheinen erst einigen Wochen. Für unsere Messungen haben wir eine Geforce RTX 3080 (Test) verwendet, die mit Raytracing auf Ultra-Detailstufe in 1440p flüssige Bildraten erzielt, selbst ohne den Rekonstruktionsfilter DLSS 2.0 (Deep Learning Super Sampling), der auch in Watch Dogs Legion eine gute Bildqualität abliefert.

Watch Dogs Legion setzt Raytracing unter Direct3D rein für Spiegelungen ein, so wie Battlefield 5 oder Wolfenstein Youngblood auch. Im Spiel reflektieren daher unter anderem die Pfützen und die Themse, aber auch die unzähligen Fenster der Häuserfronten, die Anzeigetafeln im London Underground alias The Tube und die allgegenwärtigen Fahrzeuge wie die ikonischen roten Busse. Die Entrauschung erfolgt erstmals per Nvidias Real-Time Denoiser (NRD), der auch mit einem Ray - oder weniger - pro Pixel zurecht kommt.

Ohne Raytracing werden generell Screen Space Reflections (SSR) oder Cubemaps verwendet, wobei auch mit Raytracing ab einer gewissen Distanz ein Übergang zu den althergebrachten Render-Verfahren genutzt wird. Beim Streifzug durch die Stadt, egal ob laufend oder motorisiert, fällt dieser Wechsel kaum ins Auge. Wer London mit Raytracing gesehen hat, der will es nicht mehr missen - uns zumindest ging es so.

Hinsichtlich der Performance hat Ubisoft einen Tag nach Launch per Hotfix Patch noch optimiert, weshalb die Frameraten verglichen zu unseren initialen Messungen gerade mit Raytracing höher ausfallen. Seitens Nvidia erschien zudem der Geforce-Treiber 457.09 passend zur Veröffentlichung von Watch Dogs Legion, weshalb wir diesen installiert haben.

Welche Raytracing-Stufe wir wählen, hat im integrierten Benchmark und bei Messungen im eigentlichen Spiel relativ wenig Einfluss auf die Framerate: Zwischen mittel (niedrig gibt es nicht) und Ultra liegen weniger als 20 Prozent, auch die optische Qualität weicht nicht übermäßig ab, primär wird die Distanz zum SSR-Wechsel beinflusst. Im London Underground liegt die Bildrate signifikant höher als bei Nacht und Regen am Piccadilly Circus, im schlimmsten Fall halbiert Raytracing allerdings die Leistung.



Auf Geforce-RTX-Grafikkarten bietet es sich daher an, den Rekonstruktionsfilter DLSS 2.0 einzuschalten. Den gibt es wie gehabt in vier Stufen, wobei wir Quality oder Balanced empfehlen. Hier ist die Bildqualität annähernd so gut wie bei der spieleigenen temporären Kantenglättung (TAA), feine Strukturen und manche Texturen kommen sogar besser zur Geltung. Auf Performance und Ultra Performance ist die Eingabe-Auflösung von DLSS zu gering, was störende Artefakte provoziert.

Interessante Randnotiz: Mit Raytracing steigt auch die Prozessorlast leicht, was in Kombination mit DLSS dazu führt, dass wir uns in 1440p mit Balanced oder aggressiver trotz des Ryzen 7 3800XT immer mehr einem CPU-Limit annähern. Der Leistungszuwachs durch DLSS wird also durch die Geschwindigkeit des Prozessors begrenzt, der in Watch Dogs Legion aufgrund der detaillierten Stadt ohnehin ziemlich beschäftigt ist.  (ms)


Verwandte Artikel:
Watch Dogs Legion im Test: Hacker endlich in Hochform   
(28.10.2020, https://glm.io/151766 )
Call of Duty Black Ops Cold War: Systemanforderungen nennen RTX 3070 für Raytracing   
(30.10.2020, https://glm.io/151837 )
Xe HPG: Intel bringt Open-Source-Raytracing für Linux   
(30.10.2020, https://glm.io/151835 )
Ökosystem: Ubisoft Connect soll plattformübergreifende Savegames bieten   
(22.10.2020, https://glm.io/151665 )
Ransomware: Erpresser drohen mit Veröffentlichung von Watch Dogs Legion   
(16.10.2020, https://glm.io/151557 )

© 1997–2021 Golem.de, https://www.golem.de/