Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/wirecard-online-lebensmittelhaendler-getnow-ist-insolvent-2010-151732.html    Veröffentlicht: 26.10.2020 19:00    Kurz-URL: https://glm.io/151732

Wirecard

Online-Lebensmittelhändler Getnow ist insolvent

Der Metro-Partner Getnow geht in der Boomphase des Online-Lebensmittelhandels in die Insolvenz. Grund ist der wichtigste Geldgeber.

Getnow hat einen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Am Montag bestätigte ein Sprecher des Münchener Anwalts Max Liebig, der als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt wurde, Informationen der Welt. Unmittelbarer Auslöser der drohenden Zahlungsunfähigkeit sei das Scheitern einer Finanzierungsrunde gewesen. Das vorläufige Aus für das Unternehmen ist jedoch indirekt wohl auch eine Folge des Wirecard-Skandals. Das untergetauchte frühere Wirecard-Vorstandsmitglied Jan Marsalek war offenbar einer der größeren Investoren bei Getnow.

Getnow: Wartungsarbeiten auf der Website

Die Website des Online-Lebensmittelhändlers, der 2015 in Berlin gegründet wurde und heute deutschlandweit etwa 60 Mitarbeiter beschäftigt, ist seit Freitag nicht mehr erreichbar, was mit Wartungsarbeiten begründet wird. "Der Geschäftsbetrieb ruht vorerst", sagte der Sprecher des vorläufigen Verwalters. Ob das Geschäft wieder aufgenommen werden könne, hänge davon ab, ob Kapitalgeber gefunden werden. Dazu würden auch Gespräche mit dem Düsseldorfer Konzern Metro geführt, der einer der wichtigsten Kooperationspartner von Getnow ist. Getnow ist ein Startup, das Lebensmittel nach Hause liefert. Ab einem Bestellwert von 40 Euro entfiel die Liefergebühr. Die Lieferung erfolgte durch ein Tochterunternehmen von DHL.

In der öffentlich zugänglichen Bekanntmachung für die Insolvenz lautet die Begründung, dass es um die "Sicherung des Schuldnervermögens vor nachteiligen Veränderungen" gehe. Verfügungen des Schuldners seien nur mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam, darunter falle auch die Einziehung von Außenständen.

 (asa)


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