Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/quartalsbericht-ericsson-mit-topergebnis-durch-5g-in-china-2010-151652.html    Veröffentlicht: 21.10.2020 18:44    Kurz-URL: https://glm.io/151652

Quartalsbericht

Ericsson mit Topergebnis durch 5G in China

Am Dienstag schloss Schweden Huawei und ZTE aus, am darauffolgenden Mittwoch hat Ericsson Rekordergebnisse wegen seiner Verträge in China gemeldet.

Ericsson hat im dritten Quartal durch das Geschäft in China erheblich bessere Ergebnisse vorgelegt. "Die Einführung von 5G in China war der große Treiber in diesem Quartal", sagte Ericsson-Finanzchef Carl Mellander der Nachrichtenagentur Reuters. Im Gegensatz zum Konkurrenten Nokia habe Ericsson Aufträge von allen drei großen Betreibern China Mobile, China Unicom und China Telecom für 5G-Netze erhalten, berichtet Reuters.

Der Nettogewinn von Ericsson betrug 5,6 Milliarden Kronen (642,4 Millionen US-Dollar) nach einem Verlust von 6,9 Milliarden Kronen (791,5 Millionen US-Dollar) im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Gesamtumsatz stieg um 1 Prozent auf 57,5 Milliarden Kronen (6,6 Milliarden US-Dollar). Ericsson meldete damit die besten vierteljährlichen Margen seit 14 Jahren.

Das bereinigte Betriebsergebnis stieg von 6,5 Milliarden schwedische Kronen im Vorjahr auf 9 Milliarden Kronen (1 Milliarde US-Dollar) und übertraf die durchschnittliche Prognose der Analysten von 6,98 Milliarden Kronen bei weitem.

Schwedens Regulierungsbehörde hat allen Teilnehmern der 5G-Auktion im November vorgeschrieben, bis zum Jahr 2025 Ausrüstung von Huawei und ZTE in "zentralen Funktionen" ihres bestehenden Netzwerkes zu entfernen. Das gab die Post and Telecom Authority (PTS) am 20. Oktober 2020 bekannt. Dabei hat der Regulierer "zentrale Funktionen" mit Kernnetz und Radio Access Network (RAN) bezeichnet, was Huawei und ZTE im gesamten Netzwerk ausschließt. Das schwedische Unternehmen Ericsson hatte argumentiert, dass man Verträge wegen eigener Stärken und nicht wegen gesetzlicher Vorgaben gewinnen wolle.

Borje Ekholm, Chef von Ericsson, lehnte es ab, sich zu der Aussicht auf Vergeltungsmaßnahmen durch die chinesische Regierung zu äußern, betonte jedoch, dass China ein sehr wichtiger Markt für Ericsson sei und dass das Unternehmen seinen Kunden in der Region verpflichtet sei. Das Unternehmen gewann bis dato 112 5G-Verträge, gegenüber 99 zum Ende des zweiten Quartals.

 (asa)


Verwandte Artikel:
Cradlepoint: Ericsson gibt 1,1 Milliarden Dollar für Routerhersteller aus   
(18.09.2020, https://glm.io/150957 )
Ericsson: Festnetz kann nicht überall den Boom durch Corona auffangen   
(11.05.2020, https://glm.io/148398 )
Brasilien: USA will Huawei mit Milliardenfinanzierung stoppen   
(21.10.2020, https://glm.io/151648 )
5G: Schweden verbietet Huawei, ZTE und andere Ausländer   
(20.10.2020, https://glm.io/151621 )
Vetorecht: Außenminister Maas blockiert 5G-Einigung zu Huawei   
(16.10.2020, https://glm.io/151559 )

© 1997–2021 Golem.de, https://www.golem.de/