Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ransomware-erpresser-drohen-mit-veroeffentlichung-von-watch-dogs-legion-2010-151557.html    Veröffentlicht: 16.10.2020 12:45    Kurz-URL: https://glm.io/151557

Ransomware

Erpresser drohen mit Veröffentlichung von Watch Dogs Legion

Ubisoft und Crytek sollen einem Ransomware-Angriff zum Opfer gefallen sein - Crytek sei sogar "vollständig verschlüsselt".

Es klingt wie eine schlechte Marketingaktion: Ausgerechnet das Actionspiel Watch Dogs Legion, das Hacker als Helden darstellt, soll kurz vor seiner Veröffentlichung einem Ransomware-Angriff zum Opfer gefallen sein.

Laut einem Bericht von ZD Net soll sich die verantwortliche Hackergruppe Egregor außerdem Zugang zum Netzwerk des Frankfurter Spieleentwicklers Crytek verschafft haben. Dessen Systeme seien "vollständig verschlüsselt" - jedenfalls sollen das Mitglieder von Egregor zu ZD Net gesagt haben.

"Egregor" ist eigentlich der Name einer Ransomware-Software. Welchen konkreten Zusammenhang es mit der nun in Aktion getretenen Gruppe gibt, ist nicht bekannt.

Die Hacker sollen laut ZD Net gesagt haben, dass sie sich Watch Dogs Legion bei Ubisoft kopiert hätten. Dabei sei allerdings nichts verschlüsselt worden. Nun drohe Egregor damit, den Quellcode des Actionspiels und der Engine nach und nach zu veröffentlichen - falls Ubisoft weiterhin jeden Kontakt ablehne.

Bislang sollen weder Ubisoft noch Crytek auf entsprechende E-Mails reagiert haben. Egregor habe allerdings auch noch keine konkreten Forderungen gestellt. Laut ZD Net haben sich die betroffenen Unternehmen bislang nicht öffentlich zu dem Thema geäußert oder in den vergangenen Tagen irgendwelche Sicherheitsprobleme offenbart.

Es ist unklar, was Egregor erreichen möchte. Normerweise geht es bei derartigen Angriffen schlicht um Geld. Wenn die Firmen nicht bezahlen, bekommen sie keinen Zugriff mehr auf ihre verschlüsselten Daten oder ihre Quellcodes werden ins Netz gestellt.

In den vergangenen Monaten hatte vor allem eine Ransomware-Attacke auf Garmin für Schlagzeilen gesorgt. Der Hersteller von Smartwatches und Navigationslösungen ist nach eigenen Angaben auf die Forderungen der Erpresser eingegangen und hat bezahlt. Laut Gerüchten soll es um eine Summe von zehn Millionen US-Dollar gegangen sein.



Wie ernst die Ransomware-Angriffe auf Ubisoft und Crytek zu nehmen sind, ist nicht ganz klar. Nach Angaben von ZD Net sind rund 20 MByte mit Daten, die vermutlich wirklich von Ubisoft stammen, im Netz aufgetaucht.

Allerdings sei nicht klar erkennbar, dass sie wirklich mit Legion zu tun hätten - sie könnten auch zu einem früheren Watch Dogs gehören. Legion soll am 29. Oktober 2020 auf den Markt kommen. Außerdem seien rund 300 MByte mit Daten aufgetaucht, die offenbar einen Bezug zu Crytek hätten. Dabei soll es sich aber eher um allgemeine Dokumente handeln, weniger um Codes.  (ps)


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