Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/verkehrszeichen-eingeblendet-teslas-mit-digitalen-werbetafeln-ausgetrickst-2010-151478.html    Veröffentlicht: 13.10.2020 10:48    Kurz-URL: https://glm.io/151478

Verkehrszeichen eingeblendet

Teslas mit digitalen Werbetafeln ausgetrickst

Digitale Anzeigetafeln können Teslas verwirren. Für Sekundenbruchteile gezeigte Verkehrszeichen bringen auch andere Systeme aus dem Konzept.

Die Verkehrszeichen-Erkennung in Teslas, die zum Beispiel Stoppschilder oder Geschwindigkeitslimits registriert und befolgt, lässt sich mit kurzen Einblendungen in Werbespots aus dem Konzept bringen. Forscher der israelischen Ben Gurion Universität haben für Millisekunden kleine Abbildungen von Verkehrszeichen in Werbespots eingebunden, die auf digitalen Anzeigen am Straßenrand laufen. Das Auto reagierte beim Vorbeifahren sofort darauf - und hielt beispielsweise an.

Die sogenannten Phantom-Bilder wurden etwa in einer Werbung für den Burgerbräter McDonalds für eine halbe Sekunde eingeblendet. Der Autopilot des eingesetzten Model X hielt das Fahrzeug daraufhin an. Das war allerdings noch eine für den Fahrer gut erkennbare Manipulation, weil das Werbevideo kurz unterbrochen wurde.

In einem zweiten Versuch wurde ein Algorithmus entwickelt, um das Phantom-Bild zu verstecken und es dem Menschen fast unmöglich zu machen, es im laufenden Video zu erkennen.

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Allerdings sind nicht nur Autos von Tesla für diese Methode anfällig, auch andere Verkehrszeichen-Erkennungssysteme lassen sich leicht verwirren. Ein Kamerasystem von Mobileye ließ sich schon mit Einblendungen von 125 Millisekunden Dauer manipulieren.

Eine Gefahr sehen die Forscher aber nicht in manipulierten Werbefilmen, sondern von Hackern, welche die digitalen Anzeigetafeln angreifen und entsprechende Verkehrsprobleme und womöglich auch Auffahrunfälle verursachen könnten.

Gegenmaßnahmen haben die Forscher bereits entwickelt. Sie wollen mit verbesserten Erkennungsfunktionen auch den Inhalt rund um das Verkehrszeichen und die Tiefe sowie das Umgebungslicht messen, um gefälschte Zeichen besser erkennen zu können. Das dürfte in der Praxis vermutlich neue Probleme erzeugen - immerhin gibt es auch legitime digitale Verkehrszeichen.  (ad)


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