Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/rocket-lake-intel-bestaetigt-naechste-desktop-cpu-fuer-anfang-2021-2010-151367.html    Veröffentlicht: 07.10.2020 18:00    Kurz-URL: https://glm.io/151367

Rocket Lake

Intel bestätigt nächste Desktop-CPU für Anfang 2021

Ein allerletztes Mal noch 14 nm: Mit Rocket Lake alias 11th Gen Core bringt Intel schnellere Kerne und PCIe Gen4.

Eine Ära neigt sich dem Ende zu: Im ersten Quartal 2021 will Intel mit Rocket Lake S die letzte Desktop-CPU-Generation veröffentlichen, die auf dem eigenen 14-nm-Verfahren basiert. Die soll als 11th Gen Core in den Handel kommen, das bestätigte der Hersteller per Blog-Eintrag. Zuvor waren Roadmaps durchgesickert, die einen Start für März in Aussicht gestellt hatten.

Während Comet Lake S wie der Core i9-10900K (Test) auf der mittlerweile seit 2015 verwendeten Skylake-Microarchitektur basiert, soll Rocket Lake S eine modernere Technik verwenden. Diese fasst Intel als Cove-Familie zusammen, die sich wie folgt aufteilt: Bei Cannon Lake wie dem Core i3-8121U wird Palm Cove verwendet, für Ice Lake wie dem Core i7-1065G7 hingegen Sunny Cove und bei den Tiger Lake wie dem Core i7-1185G7 (Test) für Ultrabooks dann Willow Cove.

Für Rocket Lake S hingegen soll eine Abwandlung namens Cypress Cove verwendet werden, welche unbestätigten Daten zufolge etwa 10 Prozent mehr Leistung pro Takt (IPC) aufweisen soll als die Skylake-Technik. Für Sunny Cove nennt Intel selbst rund 18 Prozent, diese Architektur gibt es genauso wie Palm Cove und Willow Cove jedoch nicht für Desktop-Chips, sondern nur für Ultrabook-SoCs.

Rocket Lake S wäre damit eine Frankenstein-CPU, sofern Intel tatsächlich eine Cove-Architektur als Backport für 14 nm bringt. Es ist wahrscheinlich, dass die Mikroarchitektur mit einigen neuen Befehlssätzen wie den VNNI (Vector Neural Network Instructions) sowie dem GNA 1.0 (Gaussian Neural Accelerator) daher kommt und die Leistung pro Takt ebenfalls steigt, da die CPU-Kerne größere L1/L2-Puffer aufweisen und Front/Backend überarbeitet wurden.

Rocket Lake S soll mit acht Kernen antreten, was einen Rückschritt verglichen zu den zehnkernigen Comet Lake S bedeuten würde. Der gegebenenfalls höhere Takt und die ebenfalls höhere IPC sollen das ausgleichen oder überkompensieren. CML-S und RKL-S passen beide in Mainboards mit Sockel LGA 1200, allerdings plant Intel neue Chipsätze mit PCIe Gen4 statt PCIe Gen3 sowie x8- statt x4-Link. Rocket Lake S hat zudem 20 PCIe-Gen4-Lanes, die sich in x16 für die Grafikkarte plus x4 für eine NVMe-SSD aufteilen.

Da im zweiten Halbjahr 2021 mit Alder Lake S offiziell schon der erste Desktop-Chip mit 10 nm Super Fin (früher 10++ nm) ansteht, wird Rocket Lake S wohl nicht nur die letzte 14-nm-CPU sein, sondern wie einst Broadwell DE (Core i7-5775C m Test) auch schnell von einem Nachfolger abgelöst werden.

AMD wiederum wird am morgigen 8. Oktober 2020 die Ryzen 5000 (Vermeer) ankündigen und innerhalb weniger Wochen in den Handel bringen. Die CPUs werden die App- und Gaming-Performance erneut steigern, weshalb Intel - bis Rocket Lake S erscheint - selbst in Spielen die Führung abgeben dürfte.  (ms)


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