Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ftth-telekom-soll-probleme-bei-glasfaser-vermarktung-haben-2010-151335.html    Veröffentlicht: 06.10.2020 14:52    Kurz-URL: https://glm.io/151335

FTTH

Telekom soll Probleme bei Glasfaser-Vermarktung haben

Laut einer Studie bekommt die Telekom ihre reinen Glasfaser-Anschlüsse erheblich schlechter verkauft als die anderen Betreiber.

Die Deutsche Telekom soll beim Verkauf ihrer Glasfaserzugänge weniger erfolgreich als ihre Konkurrenten sein. Das ergab die TK-Marktstudie , die Dialog Consult und VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten) am 6. Oktober 2020 vorgestellt haben. Im VATM sind Konkurrenten der Telekom organisiert.

"Während die Wettbewerbsunternehmen hier eine Take-up-Rate von knapp 50 Prozent erreichen, liegt diese bei der Telekom Deutschland nur bei unter 20 Prozent", sagte Studienautor Torsten J. Gerpott.

Die Telekom hole bei den Glasfaseranschlüssen zwar auf, vermarkte diese aber noch nicht annährend so erfolgreich wie die Wettbewerber. Beim Neubau von Glasfaseranschlüssen bis ins Haus oder die Wohnung (FFTB/H) wird innerhalb eines Jahres mit rund einer Million ein neuer Höchststand erreicht.

Bei den verfügbaren gigabitfähigen Anschlüssen - HFC-Kabel mit Docsis 3.1 - und FTTB/H ging es deutlich voran. Ihre Anzahl in Kabelnetzen steigt von Ende 2019 bis Ende 2020 um 65 Prozent von 14,35 auf 23,7 Millionen. Die Zahl der Glasfaseranschlüsse wächst um fast ein Viertel auf 5,1 Millionen. Mehr als ein Drittel der FTTB/H-Anschlüsse wird auch genutzt, ihre Anzahl erhöht sich seit Ende 2019 um 31 Prozent.

Die Investitionen im Telekommunikationsmarkt nahmen laut Gerpott angesichts des Ausbaus leistungsfähiger Festnetzanschlüsse und der Errichtung zusätzlicher 4G-Stationen und des neuen 5G-Netzes zu. "Die Anzahl der 5G-fähigen SIM-Karten liegt Ende 2020 bei 4,2 Millionen", erläuterte Gerpott.

DSL-Anschlüsse auf Basis der angemieteten letzten Meilen (Teilnehmeranschlussleitung/TAL) nehmen weiter ab (minus 500.000). Um 300.000 wuchs hingegen das Segment der mit der Telekom konkurrierenden Anschlüsse auf Basis von Telekom-Bitstrom-Vorleistungen. "Rund 70 Prozent aller genutzten Anschlüsse werden weiter physikalisch auf dem Netz des Ex-Monopolisten bereitgestellt", sagte Gerpott.  (asa)


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