Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/deutsches-rotes-kreuz-wlan-in-pflegeeinrichtungen-wird-bisher-nicht-refinanziert-2009-151000.html    Veröffentlicht: 21.09.2020 19:30    Kurz-URL: https://glm.io/151000

Deutsches Rotes Kreuz

WLAN in Pflegeeinrichtungen wird bisher nicht refinanziert

WLAN in der Pflege kostet Geld, doch das kommt bisher nicht wieder rein, beklagt das Deutsche Rotes Kreuz.

WLAN in Pflegeeinrichtungen ermöglicht Menschen auch in Zeiten eingeschränkter Besuchsmöglichkeiten den Kontakt zu Freunden und Familie. Doch das rechnet sich bisher nicht, wie DRK-Sprecherin Katharina Puche Golem.de auf Anfrage erklärte. "Dieser technische und personelle Mehraufwand wird bisher nicht refinanziert. Hier sollten die Rahmenbedingungen entsprechend angepasst werden, sodass die indirekten Kosten für IT-Personal, Server, Support und so weiter abgefangen werden."

Ein WLAN-Anschluss in jedem Pflegeheim und ein Laptop pro Station verbesserten Kommunikation und Versorgung nachhaltig, hatte Pia Zimmermann, Sprecherin für Pflegepolitik der Bundestagsfraktion der Partei Die Linke, gefordert. Das ermögliche Menschen mit Pflegebedarf auch in Zeiten eingeschränkter Besuchsmöglichkeiten den Kontakt zu Freunden und Familie. Dafür seien öffentliche Mittel notwendig, denn pflegebedürftige Menschen seien durch Eigenanteile und die Investitionskostenzulage, die sie bereits zahlen müssten, finanziell längst überfordert.

Die Ausstattung von Pflegeeinrichtungen mit leistungsfähigen digitalen Techniken habe das DRK selbstverständlich im Blick, sagte Puche. Insbesondere die jüngsten Erfahrungen aufgrund der Corona-bedingten Kontakteinschränkungen hätten gezeigt, wie wichtig digitale Innovationen und Investitionen seien. "Deutlich wurde insbesondere, dass eine gute Ausstattung der Pflegeeinrichtungen und -dienste mit digitalen Endgeräten und WLAN sowie das Vorhandensein von leistungsfähigen Fest- und Funknetzen wesentlich zu einer guten Kommunikation zwischen Patienten, Angehörigen und Pflegeeinrichtungen beitrage."

Bundesweit ergebe sich jedoch kein einheitliches Bild. Das Ausstattungsniveau sei unterschiedlich, die Gründe dafür vielfältig. Es müsse sichergestellt werden können, "das innerhalb der Einrichtungen Hard- und Software fehlerfrei funktionieren. So könnten dann zum Beispiel auch die mit der Telematikinfrastruktur einhergehenden Veränderungen, sinn- und gewinnbringend umgesetzt werden", sagte Puche.  (asa)


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