Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/mx-anywhere-3-im-test-logitechs-flache-maus-bietet-viel-komfort-2009-150949.html    Veröffentlicht: 21.09.2020 09:01    Kurz-URL: https://glm.io/150949

MX Anywhere 3 im Test

Logitechs flache Maus bietet viel Komfort

Die MX Anywhere 3 gefällt uns etwas besser als Logitechs älteres Mausmodell, das gilt aber nicht für jeden Einsatzzweck.

Logitech hat das Maus-Modell MX Anywhere 3 vorgestellt. Es ist das Nachfolgemodell der MX Anywhere 2S und bietet die typischen Komfortfunktionen der MX-Mäuse des Herstellers. So finden sich die meisten Besonderheiten des Vorgängermodells auch beim neuen Gerät - mit einigen Verbesserungen. Golem.de konnte es bereits testen.

Die Maus MX Anywhere 3 hat die beiden typischen Maustasten sowie dazwischen ein Scrollrad. Unterhalb des Scrollrads gibt es eine Taste, zwei weitere Tasten befinden sich auf der linken Seite der Maus. Das gesamte Gehäuse ist vor allem auf eine geringe Bauhöhe optimiert und entsprechend flach.

Wer also nach einer möglichst flachen Maus sucht, findet das in der MX Anywhere 3. Wir finden diese Bauweise angenehm und können gut damit arbeiten. Die Logitech-Maus kann sowohl von Rechts- als auch von Linkshändern verwendet werden. Nur die Seitentasten befinden sich dann auf der falschen Seite. Die Tasten haben ein angenehmes Klickgeräusch, das nicht zu laut ist, und besitzen einen klar definierten Druckpunkt.

MX Anywhere 3 hat ein tolles Magspeed-Scrollrad

Logitech baute wieder ein Magspeed-Scrollrad ein, das aber im Unterschied zum Vorgängermodell klickbar ist, um darüber einen Befehl ausführen zu können. Dafür kann das Scrollrad nicht mehr zur Seite bewegt werden, um seitlich in Dokumenten zu scrollen. Das seitliche Scrollen ist zwar weiterhin möglich, aber nicht ganz so intuitiv gelöst.

Das Magspeed-Scrollrad kann bis zu 1.000 Zeilen pro Sekunde durchblättern. Dieser hyperschnelle Betrieb wird von Logitech als Freilaufmodus bezeichnet und kann entweder dauerhaft aktiviert werden oder schaltet sich ein, sobald das Rad entsprechend schnell gedreht wird. Dieses Verhalten ist bei Bedarf abschaltbar.

Wenn der Freilaufmodus aktiv ist, ist es nur schwer möglich, zeilenweise zu blättern. Das Scrollrad dreht sich dann ganz ohne jeden Widerstand lautlos. Der klassische Modus wird als Präzisionsmodus bezeichnet. Dann gibt es die typischen Rasterpunkte, die einem helfen, die Scrollgeschwindigkeit zu beeinflussen. Das Rastern hat in beide Richtungen jeweils die gleiche Intensität.



Der Freilaufmodus ist auf langen Webseiten ein Segen, wir können uns sehr schnell durch die Seiten bewegen. Mit der Taste vor dem Mausrad können wir manuell zwischen Freilauf- und Präzisionsmodus wechseln. Das ist schnell erlernt und angenehm in der Steuerung, die Taste ist gut erreichbar. Wer keine manuelle Umschaltung benötigt, kann die Taste über die Logitech-Software auch mit einer anderen Funktion belegen.

Das Scrollrad ist bei der MX Anywhere 3 klickbar, der Befehl kann sich mit der Logitech-Software einstellen lassen. Allerdings fehlt uns ein fühlbarer Druckpunkt oder ein Klickgeräusch. Dadurch ist nicht ganz klar, wann der Befehl angenommen wurde, das erschwert den Umgang damit.



Seitentasten an der MX Anywhere 3 sind nicht optimal platziert

Im Gegenzug für den Klickbefehl wurde das seitliche Kippen des Scrollrads entfernt, das es beim Vorgängermodell noch gibt. Das seitliche Scrollen ist aber weiterhin möglich. Dafür muss eine der Seitentasten gedrückt und dann das Scrollrad betätigt werden. Das ist weniger intuitiv, weil das Scrollrad nicht in der Bewegungsrichtung auf dem Bildschirm gedreht wird. Wer viel in Tabellen arbeitet, wird eine Maus mit seitlich kippbarem Scrollrad vorziehen. Wer dies aber nur gelegentlich benötigt, kann die Funktion immerhin verwenden. Das seitliche Scrollen ist auch möglich, wenn die Logitech-Software nicht installiert ist.

Die beiden Zusatztasten an der linken Gehäuseseite sind für unseren Geschmack zu weit nach hinten gerutscht. Vor allem die hintere Taste ist für Rechtshänder mit dem Daumen nur schwer zu erreichen, wenn die Maus normal in der Hand liegt. Die hintere Taste hätten wir lieber dort, wo sich die vordere Taste befindet. Dann könnten wir beide Seitentasten bequemer erreichen.



Sensor in der MX Anywhere 3 funktioniert auch auf Glasflächen

Wie beim Vorgängermodell gibt es einen Darkfield-Technology-Sensor mit 4.000 dpi, der es ermöglicht, die Maus auch auf einem Glastisch zu nutzen. Logitech geht es darum, dass die Maus auf allen Oberflächen genutzt werden kann, denn sie ist für den Einsatz unterwegs konzipiert. Die Maus unterstützt Bluetooth sowie Logitechs proprietäre Unifying-Technik, dafür liegt ein passendes Unifying-Dongle für einen USB-A-Anschluss bei.

Das Unifying-Dongle liegt dem Basismodell der MX Anywhere 3 bei; bei der Maus speziell für den Mac fehlt das Dongle. Der Hersteller begründet dies damit, dass die meisten Apple-Geräte keine USB-A-Buchsen mehr besäßen. Die Unifying-Technik weist allerdings Sicherheitslücken auf. Schlecht gelöst: Das Gehäuse der Maus hat keine Möglichkeit, den Unifying-Adapter aufzunehmen. Beim Transport muss dafür also ein anderer Platz gefunden werden. Da die Maus auch insbesondere für die Nutzung unterwegs gedacht ist, hätten wir uns eine Schutztasche gewünscht - am besten mit einem Fach für das Unifying-Dongle.

Wie von anderen Logitech-Produkten bekannt, gibt es wieder die Easy-Switch-Funktion. Damit kann bequem zwischen bis zu drei Geräten gewechselt werden. Wer also mit der Maus auch mal das Tablet oder das Streaminggerät steuern will, kann einfach umschalten - das funktioniert reibungslos.

USB-C-Kabel kann nur zum Aufladen verwendet werden

Zur Logitech-Maus gehört auch ein USB-C-Kabel, aber ein Betrieb mit Kabel ist darüber nicht möglich. Die Buchse dient nur dazu, den in der Maus eingebauten Akku zu laden. Der Akku soll eine Laufzeit von bis zu 70 Tagen liefern. Die Maus kann beim Aufladen weiter verwendet werden, nach einer Minute Ladezeit soll wieder eine Nutzungsdauer von drei Stunden erreicht sein. Da wir das Gerät noch nicht lange genug im Einsatz haben, konnten wir die Werte nicht verifizieren.

Für die Konfiguration der Maus gibt es von Logitech wie üblich die Options-Software für Windows und MacOS. Damit kann auf Computern und Notebooks die Belegung der vier zusätzlichen Maustasten verändert werden. Der Hersteller bietet keine vergleichbare Software für Android, iPadOS oder iOS an, so dass auf diesen Geräten keine Anpassungen vorgenommen werden können. Zur Nutzung der Maus ist die Software aber nicht zwingend erforderlich, sie liefert alle Einstelloptionen.



Options-Software ermöglicht umfangreiche Anpassungen der Maus

Die beiden Standardtasten der Maus lassen sich generell nicht ändern. Wir können aber alle übrigen Tasten abhängig vom Programm mit von uns vorgegebenen Befehlen belegen. Diese Tastenbelegungen gelten entweder in allen Programmen oder können sich von Anwendung zu Anwendung unterscheiden. Wir können also etwa mit der Radtaste in der Textverarbeitung die Undo-Funktion aktivieren und im Browser einen Befehl zum Neuladen der Seite.



Die vielen Anpassungsmöglichkeiten sind vorbildlich. Zur Vorauswahl stehen etliche Befehle, und sollte das Passende nicht dabei sein, können alle möglichen Tastenkombinationen gespeichert werden. Wir können die Maus also ideal an unsere Bedürfnisse anpassen. Es gibt auch wieder die Gestenbefehle: Damit können bis zu vier weitere Befehle durch Mausbewegungen ausgeführt werden, dabei muss nur eine vorher festgelegte Taste gedrückt gehalten werden, während die Maus nach oben, nach unten, nach links oder nach rechts bewegt wird. Lassen wir die Taste los, wird beim Bewegen der Maus wieder der Mauspfeil bewegt.

Zudem kann das Mausrad umfangreich konfiguriert werden. Wir können die Richtung des Bildlaufs umkehren und bei Bedarf das seitliche Scrollen abschalten. Außerdem können wir einstellen, wie stark die Einrastfunktion des Mausrads ist, und die automatische Aktivierung des Freilaufmodus kann abgeschaltet werden. Zudem können wir bestimmen, ab welcher Drehgeschwindigkeit sich der Freilaufmodus aktiviert.



MX Anywhere 3: Verfügbarkeit und Fazit

Logitech will die MX Anywhere 3 sowie die MX Anywhere 3 for Mac im September 2020 auf den Markt bringen. Beide Ausführungen kosten jeweils 90 Euro. Das normale Modell der MX Anywhere wird in den Farben Rosa, Graphitgrau und Hellgrau angeboten, die Mac-Variante gibt es nur in Hellgrau.

Fazit

Mit der MX Anywhere 3 können wir gut arbeiten, sie liegt angenehm in der Hand. Wir mögen die flache Bauweise. Das Scrollrad mit den Zusatzfunktionen empfinden wir als sehr nützlich, und wir mögen es, dass das Mausrad als Taste nutzbar ist. Der Sensor in der Maus funktioniert auf allen erdenklichen Oberflächen, wir hatten damit nie Probleme.

Wer das seitliche Scrollen oft benötigt, wird sicherlich lieber zu einem Modell mit klappbarem Mausrad greifen - und sei es das Vorgängermodell von Logitech. Die Funktion steht beim neuen Modell zwar weiterhin bereit, ist aber nicht ganz so intuitiv nutzbar. Die Zusatztasten auf der linken Seite könnten für unseren Geschmack weiter vorne sein, um sie bequemer erreichen zu können.

Die Logitech-Options-Software bietet umfassende Anpassungen und lässt für uns keine Wünsche offen. Der Hersteller bewirbt die Maus auch für eine intensive mobile Nutzung. Da hätten wir uns gewünscht, dass wir das Unifying-Dongle direkt in der Maus unterbringen könnten. Außerdem hätten wir es angemessen gefunden, wenn es eine schützende Transporttasche dazu gäbe. Wer sich mit den genannten Kompromissen abfinden kann und eine flache Maus mit aktueller Technik und viel Komfort sucht, bekommt das mit der MX Anywhere 3.





 (ip)


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