Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/razr-5g-im-hands-on-neues-faltbares-razr-mit-5g-kostet-1-500-euro-2009-150767.html    Veröffentlicht: 09.09.2020 21:00    Kurz-URL: https://glm.io/150767

Razr 5G im Hands-on

Neues faltbares Razr mit 5G kostet 1.500 Euro

Motorola hat sein Falt-Smartphone Razr mit 5G ausgestattet und vor allem das Frontdisplay verbessert. Das erhöht die Alltagstauglichkeit.

Motorola hat eine neue Version seines Smartphones mit faltbarem Display vorgestellt: Das Razr 5G unterstützt - wie der Name andeutet - 5G, was durch einen neuen Chipsatz ermöglicht wird. Der grundsätzliche Aufbau des Smartphones ist der gleiche wie beim Vorgänger, in den Details hat Motorola aber nachgebessert. Wir konnten uns das Razr 5G vorab bereits anschauen.

Wie das erste Razr mit faltbarem Display lässt sich auch das neue Modell wieder über ein horizontal angebrachtes Gelenk öffnen und schließen. Das Scharnier wurde nur in Details verbessert, der grundsätzliche Aufbau ist derselbe. Auch das 6,2 Zoll große flexible POLED-Display mit einer Auflösung von 2.142 x 876 Pixeln entspricht dem des ersten Modells. Entsprechend ist es wieder recht locker befestigt, was dem Scharniermechanismus des Razr 5G geschuldet ist.

Staub kann daher theoretisch immer noch leicht unter das Display geraten, Motorola hat eigenen Angaben zufolge diesbezüglich aber keine nennenswert hohen Garantiefälle zu verzeichnen. Ausgeklappt ist das Display plan, beim Darüberfahren mit dem Daumen ist das Scharnier leicht zu ertasten.

Außendisplay wesentlich nützlicher als beim Razr 2019

Zusammengeklappt ist das Razr 5G, wie sein Vorgänger, in etwa so groß wie eine Handinnenfläche und passt entsprechend gut in die Hosentasche. Auf der Außenseite ist ein zweites Display mit einer Größe von 2,7 Zoll eingebaut, das eine Auflösung von 800 x 600 Pixeln hat. Anders als beim ersten Razr können wir beim neuen Modell viel mehr mit diesem Außenbildschirm anstellen.

Wir können nicht nur - wie zuvor - allein die Kamera verwenden und Nachrichten ablesen, sondern auch beliebige Apps auf dem Außendisplay nutzen. So ist es beispielsweise möglich, einen schnellen Blick auf die Navigation zu werfen oder Chat-Nachrichten zu beantworten. Selbst Youtube lässt sich auf dem Bildschirm verwenden, auch wenn das angesichts der Größe nur beschränkt Sinn ergibt. Der Außenbildschirm wird wie der Hauptbildschirm entsperrt, danach sind vom Nutzer ausgewählte Apps über einen speziellen kleinen Launcher erreichbar. Auch Kontakte können auf diesem Startbildschirm abgelegt werden.

Dank des Außendisplays können wir auch Selbstporträts mit der neuen 48-Megapixel-Kamera machen. Die Kamera hat einen optischen Bildstabilisator und eine Anfangsblende von f/1.7. Aus Platzgründen konnte Motorola kein zweites oder gar drittes Objektiv verbauen. Innen gibt es in einer Notch zusätzlich eine Frontkamera mit 20 Megapixeln. Zur Qualität der Bilder können wir in diesem Kurztest noch keine Aussagen machen.

Snapdragon 765G und 8 GByte RAM

Im Inneren des Razr 5G steckt Qualcomms Snapdragon 765G, ein Oberklasse-SoC mit eingebautem 5G-Modem. Das Smartphone hat 8 GByte RAM und 256 GByte Flash-Speicher; einen Steckplatz für Micro-SD-Karten hat das Gerät nicht. Dafür ist - anders als beim ersten Modell - ein SIM-Kartenplatz eingebaut, zusätzlich zur eSIM.

Der Fingerabdrucksensor ist vom unteren Rand auf die Rückseite gewandert. Die Nase im unteren Bereich des Razr 5G ist schmaler als beim ersten Modell, insgesamt wirkt das neue Gerät auf uns ausgereifter und etwas runder. Mit 190 Gramm ist es allerdings auch 30 Gramm schwerer geworden, zudem ist es zusammengeklappt mit 16 mm etwas dicker. Als störend empfinden wir dies allerdings nicht.

Der Akku hat eine Nennladung von 2.800 mAh und soll einen Tag lang reichen. Ausgeliefert wird das Razr 5G mit Android 10, ein Upgrade auf Android 11 wird kommen. Einen Zeitplan konnte Motorola uns dafür noch nicht nennen.

Fazit

Das Razr 5G ist eine gelungene Weiterentwicklung des ersten Razr mit faltbarem Display. An der Bildschirmtechnologie hat sich nicht sonderlich viel getan, uns gefällt aber das etwas besser abgeschirmte Scharnier sowie die generell ausgereifter wirkende Verarbeitung.

Auch das Kamera-Update dürfte sich lohnen und vor allem der verbesserte Funktionsumfang des Außenbildschirms. Im Alltag dürften Nutzer das Razr 5G wesentlich seltener aufklappen müssen, da viele Aufgaben über den außenliegenden Bildschirm erledigt werden können.

Langfristig gesehen ist auch die 5G-Unterstützung sinnvoll, auch wenn der schnelle Netzstandard in Deutschland noch nicht sonderlich verbreitet ist. Die Ergänzung einer physischen SIM ist hilfreich, besonders für Nutzer, die mehrere SIM-Karten im Wechsel verwenden.

Das Razr 5G soll ab dem 14. September 2020 im Handel erhältlich sein, die Deutsche Telekom ist Netzpartner von Motorola. Der Preis liegt bei 1.500 Euro, in Deutschland wird das Smartphone ausschließlich in Schwarz auf den Markt kommen.

 (tk)


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