Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/grossbritannien-amazon-loescht-20-000-gefaelschte-produktrezensionen-2009-150696.html    Veröffentlicht: 05.09.2020 14:55    Kurz-URL: https://glm.io/150696

Großbritannien

Amazon löscht 20.000 gefälschte Produktrezensionen

Das Geschäft mit gekauften Produktbesprechungen bei Amazon ist für sieben der Top-Ten-Rezensenten in Großbritannien zu Ende.

Amazon hat über 20.000 Produktrezensionen von sieben seiner Top-Ten-Rezensenten in Großbritannien entfernt, nachdem die Financial Times über verdächtiges Verhalten berichtet hatte. Laut der Zeitung liegen Beweise dafür vor, dass die Rezensenten von der Veröffentlichung von Tausenden von Fünf-Sterne-Bewertungen persönlich profitiert hatten.

Zu den Betroffenen gehört auch die Nummer 1 unter den Rezensenten. Laut Financial Times hatte er allein im August Produkte im Wert von 15.000 Pfund (16.838) - von Smartphones über Elektroroller bis hin zu Fitnessgeräten - mit fünf Sternen bewertet, durchschnittlich einmal alle vier Stunden.

Dem Bericht nach stammen diese Produkte überwiegend von wenig bekannten chinesischen Marken, die in Foren und Gruppen anbieten, Rezensentenprodukte gegen positive Besprechungen kostenlos zu versenden. Der Top-Rezensent hat dann anscheinend viele der Waren bei Ebay als "ungeöffnet und unbenutzt" verkauft, womit er seit Juni 2020 fast 20.000 Pfund verdient haben soll, berichtet die Financial Times.

Amazon erklärte, man nehme solchen Betrug ernst und verwende KI, um schlechte Akteure zu erkennen und Berichte von Nutzern zu überwachen. Man werde die Ergebnisse der FT untersuchen.

"Wir möchten, dass Amazon-Kunden mit Vertrauen einkaufen und wissen, dass die von ihnen gelesenen Bewertungen authentisch und relevant sind", sagte ein Unternehmenssprecher und fügte hinzu, dass Personen, die gegen die Richtlinien verstießen, gesperrt und verklagt würden.

Bereits im November 2016 hatte Amazon auch in Deutschland bezahlte Rezensionen verboten. In den USA sind gekaufte Bewertungen auf Amazon.com seit April 2016 verboten.

 (asa)


Verwandte Artikel:
Amazon: Weitere Einschränkungen bei Kundenrezensionen   
(30.11.2016, https://glm.io/124783 )
Amazon: Vorhandene bezahlte Rezensionen bleiben - oder nicht   
(01.12.2016, https://glm.io/124814 )
Onlineshop: Amazon verbietet bezahlte Rezensionen   
(24.11.2016, https://glm.io/124668 )
Tenet: Es sind Ödnisse   
(26.08.2020, https://glm.io/150482 )
Twitter: Live-Videos sind da und Vine bleibt   
(19.12.2016, https://glm.io/125136 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/