Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/latenz-nvidia-reflex-soll-schnellere-und-praezisere-schuesse-erlauben-2009-150660.html    Veröffentlicht: 03.09.2020 14:57    Kurz-URL: https://glm.io/150660

Latenz

Nvidia Reflex soll schnellere und präzisere Schüsse erlauben

In Valorant und Fortnite soll eine Technologie von Nvidia feineres Feuern ermöglichen. Ein weiteres System soll für bessere Streams sorgen.

Bei der Präsentation der Ampere-Grafikkarten hat Nvidia weitere Neuheiten vorgestellt, die für Gamer interessant sind. Eine davon trägt den Namen Reflex, sie soll die Eingabeverzögerungen verringern - also die Zeit zwischen dem Abfeuern einer Waffe per Mausklick und der Anzeige des Schusses auf dem Bildschirm.

Interessant ist das vor allem für E-Sportler, bei denen Millisekundenbruchteile über Sieg oder Niederlage entscheiden. Damit das klappt, wird nach Angaben von Nvidia die Warteschlange für das GPU-Rendering gekappt und so der CPU-Rückstau reduziert - die Eingaben kommt schneller von der Maus auf den Bildschirm.

Zusätzlich gibt es Entwicklerwerkzeuge, mit denen künftig schon bei der Programmierung genauer verfolgt werden kann, ob sich etwa in einer Szene mit hoher GPU-Auslastung doch wieder Eingabebefehle innerhalb des Systems gesammelt haben, die nicht abgearbeitet wurden.

Nvidia Reflex wird im September 2020 über Treiber ermöglicht, Mindestvoraussetzung ist eine Nvidia Geforce GTX 900. Die Spiele müssen speziell angepasst werden. Bislang ist das für Valorant, Fortnite, Apex Legends, Call of Duty Warzone und Destiny 2 angekündigt.

Spieler sollen die Latenz künftig selbst messen können, falls sie einen der neuen G-Sync-E-Sports-Monitore mit 360 Hz von Acer, Asus, MSI und Dell kaufen und bestimmte Eingabegeräte von Asus, Steel Series, Logitech und Razer verwenden.

Mit diesen Kombinationen lässt sich das Signal durch den in die Monitore verbauten Reflex Latency Analyzer schleifen. Dann wird gemessen, wie lange die Mausklicks benötigen, um die Schusspixel auf dem Bildschirm auszulösen. Nach Angaben von Nvidia konnte das bislang nur durch das Abfilmen mit Hochgeschwindigkeitskameras gemessen werden.

Nvidia Broadcast für Videostreams

Neben Reflex hat Nvidia außerdem eine Windows-App namens Broadcast angekündigt, die für den Einsatz in Videostreams gedacht ist. Konkret etwa für Influencer beim Spielen, für die Teilnehmer einer Runde Multiplayer - aber auch für die morgendliche Videokonferenz aus dem Homeoffice.

Broadcast entfernt Hintergrundgeräusche, etwa Kindergeschrei oder Hundebellen. Zusätzlich sogt das System dafür, dass die jeweiligen Nutzer immer im Fokus der Kamera bleiben, selbst bei starken Kopfbewegungen. Außerdem bietet Broadcast virtuelle Hintergründe - auch ohne Greenscreen.

Das soll im Prinzip mit allen Anwendungen klappen, als Beispiele nennt Nvidia selbst Zoom und Discord. Für das Unterdrücken von Hintergrundrauschen soll eine Geforce GTX ausreichen, für die anderen Funktionen sind Geforce-RTX-, Titan-RTX- und Quadro RTX-Grafikprozessoren nötig. Das für Broadcast nötig Plugin soll Ende September 2020 als kostenloser Download erhältlich sein.

 (ps)


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