Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/deutsche-telekom-taeglich-14-millionen-server-abfragen-bei-der-corona-warn-app-2008-150526.html    Veröffentlicht: 28.08.2020 06:49    Kurz-URL: https://glm.io/150526

Deutsche Telekom

Täglich 14 Millionen Server-Abfragen bei der Corona-Warn-App

Die Corona-Warn-App ist bisher 17,5 Millionen Mal heruntergeladen worden. Nun hat die Telekom erstmals Angaben zur tatsächlichen Nutzung gemacht.

Die Deutsche Telekom registriert täglich rund 14 Millionen Abrufe von Nutzern der Corona-Warn-App auf ihren Servern. Das teilte das Unternehmen auf Anfrage von Golem.de mit. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist die App seit Mitte Juni 2020 etwa 17,5 Millionen Mal heruntergeladen worden (PDF). Das bedeutet, dass die tägliche Nutzungsquote pro Download bei etwa 80 Prozent liegt. Wie viele verschiedene Smartphones sich bislang mit den Servern verbunden haben, kann die Telekom jedoch nicht ermitteln.

Die Corona-Warn-App verbindet sich in der Regel einmal täglich mit den Backend-Servern, um die Schlüssel von Neuinfizierten herunterzuladen. Durch den Abgleich mit zuvor ausgetauschten IDs anderer Nutzer kann die App feststellen, ob es in den vergangenen 14 Tagen Kontakt mit Infizierten gegeben hat. Je nach Dauer und Abstand des Kontaktes zu Infizierten gibt die App eine Risikobewertung ab. Die App soll den Behörden dabei helfen, Infektionsketten zu unterbrechen. Die Telekom entwickelte die App zusammen mit dem Software-Konzern SAP.

Corona-App nicht aktiviert, deinstalliert, im Hintergrund

"Ein Rückschluss auf die verbundenen Geräte ist systembedingt nicht möglich, da die Anmeldung auf den Servern vollständig anonymisiert erfolgt", sagte ein Telekom-Sprecher. Seiner Darstellung zufolge gibt es verschiedene Gründe für die Tatsache, dass die Zahl der Serverabrufe niedriger als die der Downloads ist. So könne die App nicht aktiviert oder bereits wieder deinstalliert worden sein. Darüber hinaus könne die Hintergrundaktualisierung deaktiviert sein und der Nutzer die App nicht öffnen.

Bis Ende Juli war es bei vielen Android-Geräten überhaupt nicht möglich, die Schlüssel im Hintergrund herunterzuladen.

Ein weiterer Grund könnte der Wechsel eines Handys sein, der wieder einen neuen Download erforderlich mache. Täglich würden mehr als 60.000 neue Handys in Deutschland verwendet. Auch im Flugmodus könnten keine Daten abgefragt werden. Zu guter Letzt könnte das Smartphone defekt sein.

Allerdings muss ein Serverabruf nicht bedeuten, dass die App tatsächlich im Sinne der Entwickler genutzt wird. Sind bei Android-Geräten beispielsweise Bluetooth oder die Standortermittlung deaktiviert, ist die Bluetooth-LE-Schnittstelle nicht aktiv. Dann werden keine IDs mit anderen Geräten ausgetauscht. Die Serverabfrage erfolgt dennoch. Daher lässt sich selbst aus der Zahl der 14 Millionen Abrufe nicht schließen, wie viele Menschen tatsächlich eine voll funktionsfähige Corona-Warn-App nutzen.

Zwei Handys mit Corona-App treffen sich selten

Die Zahl von 14 Millionen entspricht einem Bevölkerungsanteil in Deutschland von etwa 17 Prozent. Damit liegt die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer zufälligen Begegnung von zwei Personen beide die funktionierende Corona-App installiert haben, weiterhin nur bei unter drei Prozent. Werden die 14 Millionen nur auf die erwachsene Bevölkerung angerechnet, steigt die Wahrscheinlichkeit auf knapp vier Prozent. Die Bundesregierung beharrt jedoch auf einer strikt freiwilligen Nutzung der App.

Bei der Entwicklung der App ging die Telekom selbst von einer Nutzerzahl von 25 Millionen aus. Um diese Zahl noch zu erreichen, müssten die Downloads der App in den kommenden Wochen und Monaten stark zunehmen. Die ersten 14,4 Millionen Downloads wurden schon bis Anfang Juli registriert. Seitdem hat sich die Zahl der täglichen Downloads bei etwa 50.000 eingependelt.  (fg)


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