Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ciclone-e4-garelli-bringt-kleines-elektrisches-moped-mit-wechselakku-2008-150148.html    Veröffentlicht: 09.08.2020 14:58    Kurz-URL: https://glm.io/150148

Ciclone E4

Garelli bringt kleines Elektro-Moped mit Wechselakku

Das Garelli Ciclone E4 mit entnehmbarem Akku ist je nach Version bis zu 45 km/h oder bis zu 70 km/h schnell unterwegs. Es soll in der Stadt als Autoersatz oder fürs Wohnmobil als Begleiter dienen.

Die italienische Motorradfirma Garelli hat mit dem Ciccone E4 ein elektrisches Moped vorgestellt, das eine Leistung von 4 kW bietet. Es wird über einen Nabenmotor am Hinterrad angetrieben. Der Elektromotor erreicht ein Drehmoment von bis zu 160 Newtonmetern. Damit kann das Motorrad bis zu 70 km/h schnell sein. Es soll auch eine gedrosselte Version mit maximal 45 km/h geben, die mit einem Moped-Führerschein gefahren werden kann. Die 70-km/h-Version erfordert in Deutschland einen Motorradführerschein.

Akku entnehmbar, aber schwer

Der Lithium-Ionen-Akku des Mopeds mit 2 kWh Kapazität lässt sich entnehmen, um ihn getrennt vom Zweirad laden zu können. Mit 13 kg ist der Akku jedoch recht schwer. Die Reichweite wird mit 110 km bei der gedrosselten Variante und 70 km bei der Version beziffert, die bis zu 70 km/h erreicht. Das Aufladen des Akkus dauert 6 bis 8 Stunden, an einem optionalen Schnelllader soll das in 45 Minuten möglich sein.

Die Konstruktion ist ungewöhnlich: Der tiefe Rahmen erlaubt es, wie bei einem Hollandrad aufzusteigen. Hinten sitzt ein einzelnes Federelement, vorne gibt es eine klassische Federgabel. Vorne und hinten befinden sich an den 13-Zoll-Rädern hydraulische Scheibenbremsen.

Platz für zwei Personen

Auf dem Moped können zwei Personen sitzen, sogar Fußrasten zum Ausklappen sind vorhanden. Mit Akku wiegt das Fahrzeug 81 kg. Die Maximalzuladung beträgt 150 kg.

Garelli bietet das Ciclone E4 zu einem Preis ab 4.500 Euro an.

Garelli wurde 1919 gegründet und hatte einige Rennerfolge im Motorradsport sowohl vor als auch nach dem Zweiten Weltkrieg. Neben Motorrädern wurden auch Roller gebaut. Älteren deutschen Lesern könnte die Marke durch den Neckermann-Versand bekannt sein, der Kleinkrafträder von Garelli mit großem Erfolg verkaufte.

Mopeds mit Elektroantrieb im Aufwind

Bisher werden E-Zweiräder häufig als Elektroroller konzipiert, doch langsam tut sich etwas auf dem Markt. So orientieren sich die Entwickler des Blacktea-Mopeds ebenfalls an Retro-Vorbildern - in diesem Fall an den Scrambler-Motorrädern der 70er Jahre. Das Zweirad wurde von einem Münchner Startup entwickelt und über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo finanziert.  (ad)


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