Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/android-lockbox-google-soll-nutzerdaten-fuer-marktanalysen-verwenden-2007-149893.html    Veröffentlicht: 27.07.2020 13:04    Kurz-URL: https://glm.io/149893

Android Lockbox

Google soll Nutzerdaten für Marktanalysen verwenden

Google soll die Nutzungsstatistiken von Tiktok für eigene Marktanalysen verwendet haben. Wirklich dementieren tut das Unternehmen nicht.

Ein Bericht des Magazins The Information wirft Google vor, Nutzungsdaten von Smartphone-Besitzern für eigene Marktanalysen verwendet zu haben. Demnach sollen Daten zu App-Starts und der Nutzungsdauer verschiedener Anwendungen dazu verwendet worden sein, die Erfolgschancen eines künftigen Google-Produktes zu bewerten.

Konkret soll Google in Indien die Daten von Nutzern von Tiktok und vergleichbaren Social-Media-Apps ausgewertet haben. Die Informationen sollen intern einem Auswertungsteam bereitgestellt worden sein. The Register nennt das Projekt "Android Lockbox". Interne Dokumente sollen die Daten als "sensible Nutzerdaten" bezeichnet haben, wobei die Weitergabe anonymisiert stattgefunden haben soll.

Auf Nachfrage von Golem.de hat Google die Praxis nicht bestätigt, aber auch nicht abgestritten. Die Sammlung der App-Nutzungsdaten erfolge seit 2014 und könne jederzeit von Nutzern deaktiviert werden. Die gesammelten Daten beinhalten laut Google keine In-App-Aktivitäten.

Google-Erklärung schließt derartige Datennutzung nicht aus

Das uns zugekommene Statement lautet wie folgt: "Das Android App Usage Data API wird seit 2014 von Google und Android-Entwicklern, die von Android-OEMs oder Nutzern autorisiert wurden, grundlegende Daten zur App-Nutzung zu verwenden, dazu genutzt, Dienste zu analysieren und zu verbessern. Beispielsweise verwendet Google diese Informationen, um Androids Adaptive-Battery-Funktion zu ermöglichen. Diese verteilt die Akkuladung an Apps, die die Nutzer am häufigsten verwenden, um die Digital-Wellbeing-Funktion zu ermöglichen und um die App-Discovery-Funktion im Play Store zu verbessern. Das API sammelt keine Informationen zu In-App-Aktivitäten, zudem wird die Sammlung der Daten den Nutzern offengelegt und kann von ihnen kontrolliert werden."

Die Erklärung schließt nicht aus, dass anonymisierte Daten intern für Marktanalysen verwendet werden. Wer nicht möchte, dass die eigenen Daten derart genutzt werden, kann die Sammlung und Übertragung in den Einstellungen von Android deaktivieren. Im Menüpunkt Google gibt es oben rechts drei Punkte. Hinter diese versteckt sich das Menü Nutzung & Diagnose, in dem das Senden von Diagnose-, Geräte- und App-Nutzungsdaten deaktiviert werden kann.  (tk)


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