Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/quartalszahlen-intel-verschiebt-7-nm-verfahren-um-ein-jahr-2007-149853.html    Veröffentlicht: 24.07.2020 09:49    Kurz-URL: https://glm.io/149853

Quartalszahlen

Intel verschiebt 7-nm-Verfahren um ein Jahr

Und auch die 10-nm-Halbleiterfertigung sorgt für Probleme, weshalb sich Intel von TSMC helfen lassen muss.

Intel-Chef Bob Swan selbst hat es verkündet: "Die Yield (Chip-Ausbeute) unseres 7-nm-Verfahrens liegt zwölf Monate hinter den internen Erwartungen", sagte der CEO. Hintergrund seien Fehler im Herstellungsprozess, die Intel laut eigener Aussage gefunden hat und in Zukunft beheben will. Aufgrund der Probleme mit dem 7-nm-Node sollen erste Client-CPUs (Meteor Lake) daher Ende 2022 oder Anfang 2023 erscheinen, für Server (Granite Rapids) im ersten Halbjahr 2023.

Als erstes 7-nm-Design plant Intel einen Grafikchip für Supercomputer, die intern Ponte Vecchio genannte GPU mit Xe-HPC-Architektur ist für 2021 vorgesehen. Dabei bleibt es auch, allerdings sollen die Beschleuniger nicht nur in den eigenen Fabs produziert werden. Stattdessen sieht Intel vor, auch eine externe Fertigung zu verwenden - hiermit dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach TSMC gemeint sein. Bob Swan zufolge wird Intel künftig pragmatisch vorgehen und sich nicht scheuen, die Herstellung von Designs auszulagern.

Das 10-nm-Verfahren ist mittlerweile immerhin etwas mehr ausgereift, so dass Intel im dritten Quartal 2020 die Tiger Lake genannten Ultrabook-Chips vorstellen wird. Erste Prozessoren sollen bereits in wenigen Wochen an Partner geliefert werden, damit diese die Serienproduktion ihrer Geräte starten können. Für das Server-Segment verspricht Intel die Ice Lake SP mit 10-nm-Technik bis Ende 2020 und die Sapphire Rapids SP zumindest als Muster für Partner im zweiten Halbjahr 2021, die CPUs erscheinen also mit deutlicher Verzögerung. Für Desktop-Systeme und für Notebooks ist Alder Lake geplant. Diese 10-nm-Prozessoren sollen laut Intel im zweiten Halbjahr 2021 auf den Markt kommen.

Im zweiten Quartal 2020 (PDF) erreichte Intel ungeachtet aller negativen Neuigkeiten einen Umsatz von 19,728 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn von 5,697 Milliarden US-Dollar, beides ist deutlich besser als im Vorjahresquartal. Die Client Computing Group kam im Q2/2020 auf 9,496 Milliarden US-Dollar Umsatz und 2,842 Milliarden US-Dollar Gewinn, die Data Center Group auf 7,117 Milliarden US-Dollar Umsatz und 3,099 Milliarden US-Dollar Gewinn.

 (ms)


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