Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/wegen-teams-slack-reicht-wettbewerbsbeschwerde-gegen-microsoft-ein-2007-149818.html    Veröffentlicht: 22.07.2020 16:50    Kurz-URL: https://glm.io/149818

Wegen Teams

Slack reicht Wettbewerbsbeschwerde gegen Microsoft ein

Vor der EU-Kommission beschwert sich Slack über ungleichen Wettbewerb, da Microsoft Teams mit seiner Office-Software verbindet und installiert.

Der Anbieter der gleichnamigen Bürokommunikationssoftware Slack hat vor der Europäischen Kommission eine Wettbewerbsbeschwerde gegen Microsoft eingereicht. Hintergrund sind Befürchtungen, dass Microsoft seiner eigenen Bürosoftware Teams einen Vorteil verschafft und so den Markt verzerrt.

"Die Beschwerde legt Microsofts illegale und wettbewerbsschädigende Praxis dar, seine Marktmacht zu missbrauchen und im Widerspruch zu den Wettbewerbsgesetzen der Europäischen Union Konkurrenz zu beseitigen", schreibt das Slack-Team in einem erklärenden Blog-Beitrag.

Der konkrete Vorwurf lautet, dass Microsoft Teams mit seiner Office-Software Microsoft 365 verknüpft habe, die eine marktbeherrschende Position hat. Dadurch hat automatisch auch Teams diese Position, egal, ob Microsoft-365-Nutzer das Programm ursprünglich überhaupt nutzen wollten oder nicht.

Slack wirft Microsoft Zwangsinstallation vor

"Microsoft hat Teams bei Millionen Menschen zwangsinstalliert, verhindert die Deinstallation und versteckt die wahren Kosten für Unternehmenskunden", wirft das Slack-Team Microsoft vor. "Slack will einfach nur fairen Wettbewerb und eine gleiche Ausgangsposition", sagt Jonathan Prince, Vice President of Communications and Policy bei Slack.

"Gesunder Wettbewerb fördert Innovation und ermöglicht die besten Produkte und die beste Auswahl für Nutzer", sagt Prince weiterhin. "Wir bitten die EU, ein neutraler Schiedsrichter zu sein, die Fakten zu überprüfen und das Recht durchzusetzen."

Erinnerungen an Browserkrieg werden wach

Prince wirft Microsoft vor, "zu einem Verhalten aus der Vergangenheit zurückzukehren". Gemeint sein dürfte der sogenannte Browserkrieg in den 1990er Jahren, in dem Microsoft mit seinem Internet Explorer erfolgreich Konkurrenten wie Netscape vom Markt verdrängen konnte. Damals wurde der Internet Explorer bei jeder Windows-Installation automatisch mit installiert.

Ob die EU-Kommission in der Sache Slack gegen Microsoft einschreiten wird, ist noch nicht klar. Aktuell liegt nur die Beschwerde vor, die zunächst geprüft werden muss.

 (tk)


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