Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/the-last-of-us-2-diskussionen-ueber-umfang-von-games-2006-149344.html    Veröffentlicht: 29.06.2020 10:25    Kurz-URL: https://glm.io/149344

The Last of Us 2

Diskussionen über Umfang von Games

Die Produktion von Computerspielen wie The Last of Us 2 wird zu teuer. Das sagt ein ehemaliger Sony-Manager und nennt als einen Grund die Spieldauer.

Der ehemalige Sony-Manager Shawn Layden hat durch ein Interview neue Diskussionen um die Länge von Computerspielen ausgelöst. "Ich würde es begrüßen, wenn es eine Rückkehr zu 12 bis 15 Stunden langen Blockbustern gäbe", sagte Layden zum Fachmagazin Gamesindustry.biz.

Layden nennt zwar kein konkretes Spiel, aber es geht offensichtlich auch um The Last of Us 2. Inzwischen haben sich auf Twitter zudem andere Brancheninsider zu dem Thema geäußert, etwa der Analyst Jeff Grubb und der US-Journalist Jason Schreier.

Beide sind ebenfalls der Auffassung, dass das gerade von Naughty Dog veröffentlichte Abenteuer zu viel Umfang bietet. Auch Golem.de hatte im Testfazit von The Last of Us 2 geschrieben: "Zum Ende hin ist uns das Abenteuer minimal zu lang."

Laydon begründet die Kritik am Umfang damit, kürzere Kampagnen ähnlich wie ein "gut bearbeitetes Stück Literatur oder ein Film" dafür sorgen könnten, dass die Inhalte "straffer und damit auch überzeugender" erzählt werden könnten.

Außerdem nennt der ehemalige Manager Kostengründe. Die Produktion eines aktuellen Blockbusters mit einer 50 bis 60 Stunden langen Kampagne würde zwischen 80 Millionen und 150 Millionen US-Dollar verschlingen - ohne Ausgabe für Marketing. Wenn diese Kosten weiter so rasant stiegen wie in den vergangenen Jahren, könne die Branche kaum noch Gewinne machen.

Shawn Laydon war ab 2014 Chef von Sony Computer Entertainment America (SCEA) und ab 2016 auch von Sony Interactive Entertainment Worldwide Studios, also den Entwicklerstudios des Konzerns.

Während dieser Zeit hat er auch die Produktion von The Last of Us 2 mitbetreut, an dem das zu Sony gehörende Entwicklerstudio Naughty Dog seit 2015 gearbeitet hat. Das Abenteuer ist je nach Spielweise um die 30 bis 40 Stunden lang - das ist (sehr grob geschätzt) etwa doppelt so viel Umfang wie beim Vorgänger.



Laydon ist in der Community bekannt, weil er mehrere Jahre lang unter anderen die E3-Pressekonferenzen von Sony moderiert hat. In Foren und im sozialen Netz werden seine Äußerungen kontrovers diskutiert. Während Brancheninsider ihm zustimmen, sind viele Spieler offenbar der Meinung, dass gute Spiele möglichst lang sein sollten.

Dem Erfolg von The Last of Us 2 hat die Kontroverse bislang nicht geschadet: Nach Angaben von Sony wurden von dem am 19. Juni 2020 veröffentlichten Abenteuer innerhalb von zwei Tagen weltweit mehr als vier Millionen Exemplare verkauft - mehr als von jedem anderen PS4-exklusiven Spiel innerhalb dieses Zeitraums.  (ps)


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