Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bremsen-lime-verschwieg-sicherheitsprobleme-bei-e-scootern-2006-149207.html    Veröffentlicht: 22.06.2020 07:15    Kurz-URL: https://glm.io/149207

Bremsen

Lime verschwieg Sicherheitsprobleme bei E-Scootern

Der Scooteranbieter Lime hat verschwiegen, dass die Bremsen der Tretroller zu kräftig zupacken - was bereits zu vielen Verletzungen geführt hat.

Lime hat nach Angaben der australischen Wettbewerbs- und Verbraucherkommission ACCC in 50 Fällen nicht offengelegt, dass ein Problem mit den Bremsen zu Verletzungen der Fahrer geführt habe. Die Bremsen griffen zu stark und brachten die Fahrer zu Fall, was zu Knochenbrüchen und Zahnverletzungen führte.

Lime soll behauptet haben, die Elektroroller seien sicher zu benutzen, obwohl sie ein bekanntes Sicherheitsproblem aufwiesen, monierte die ACCC. Beim Bremsen blockiere das Vorderrad. Lime ist eigentlich verpflichtet, Unfälle zu melden.

Der Rolleranbieter habe es auch versäumt, über die Firmware-Updates zu informieren, die im Februar und März 2019 auf die E-Roller aufgespielt worden seien. Diese sollen das Sicherheitsproblem behoben haben.

Lime setzte im März 2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie seine E-Scooter-Aktivitäten in Australien aus. Die Wettbewerbs- und Verbraucherkommission verpflichtete Lime nun dazu, nur noch das neuere Rollermodell (Generation 3) in Australien einzusetzen.

Berliner Charité erforscht E-Scooter-Verletzungen

Derzeit wird an der Charité und am Bundeswehrkrankenhaus Berlin eine Fall-Kohorten-Studie zur Analyse von Verletzungsmustern und deren Konsequenzen bei E-Scootern durchgeführt. Wann mit Ergebnissen zu rechnen sei, teilten die Institutionen nicht mit.

Bislang wurden Unfälle mit E-Scootern vom Statistischen Bundesamt zur Kategorie sonstige Fahrzeuge gezählt, was eine explizite Ausweisung solcher Unfälle unmöglich macht. Erst seit Anfang 2020 werden Unfälle mit den Rollern gesondert erfasst. Dazu werden diese in den Ländern als solche aufgenommen und an das Bundesamt weitergeleitet.

Keine Helmpflicht aber Empfehlung

Für die Nutzung von E-Scootern gilt keine gesetzliche Helmpflicht. Dennoch rät der ADAC, E-Scooter immer nur mit Helm zu nutzen. Auswertungen der ADAC-Unfallforschung zeigen, dass Helme im Ernstfall Leben retten können - wenn sie richtig getragen werden. Häufigste Fehler sind ein zu loses Gurtband oder dass der Helm hinten nicht richtig verschlossen wird.

 (ml)


Verwandte Artikel:
E-Scooter: Lime ist zurück   
(20.04.2020, https://glm.io/147962 )
Bird: E-Scooter-Anbieter entlässt 406 Mitarbeiter per Zoom-Konferenz   
(02.04.2020, https://glm.io/147657 )
Mikromobilität: Seat bringt E-Roller und E-Tretroller als urbanen Autoersatz   
(18.06.2020, https://glm.io/149159 )
Warum Computer gefährlich sind   
(09.06.2009, https://glm.io/67656 )
Corona-Krise: E-Scooter Verleiher Lime geht das Geld aus   
(23.03.2020, https://glm.io/147428 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/