Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bundesregierung-entwicklung-von-corona-app-kostet-20-millionen-euro-2006-149033.html    Veröffentlicht: 11.06.2020 13:57    Kurz-URL: https://glm.io/149033

Bundesregierung

Entwicklung von Corona-App kostet 20 Millionen Euro

Die Entwicklung der deutschen Corona-App ist inzwischen abgeschlossen. Vor der Veröffentlichung in der kommenden Woche laufen noch ausführliche Tests.

Die Entwicklung der Corona-Warn-App durch die Deutsche Telekom und SAP hat netto 20 Millionen Euro gekostet. Das verlautete am Donnerstag aus Regierungskreisen in Berlin. Für den Betrieb der App sowie die Bereithaltung mehrsprachiger Telefonhotlines werden monatlich etwa 2,5 bis 3,5 Millionen Euro veranschlagt. Dabei hängen die Kosten den Angaben zufolge von der konkreten Inanspruchnahme der Hotlines ab. Die App für Android und iOS soll in der kommenden Woche veröffentlicht werden. Ein genaues Datum steht noch nicht fest.

Die eigentliche Entwicklungsarbeit sei inzwischen abgeschlossen, hieß es weiter. Derzeit würden intensive Tests der Infrastruktur und der App durchgeführt. Das betreffe beispielsweise den Datenschutz und die IT-Sicherheit. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) führe dazu in einem 24-Stunden-Dienst Penetrationstests durch, um mögliche Schwachstellen aufzudecken. Auch werde der Code überprüft. Die Netzwerk- und Serverbelastung werde mit Nutzerzahlen in zweistelliger Millionenhöhe simuliert.

Verifikations-Hotline für TAN

Eine hundertprozentige Sicherheit sei zwar nicht möglich, jedoch sollten alle kritischen Bugs ausgemerzt werden, hieß es weiter. Die Tests sollen bis Freitagabend abgeschlossen werden. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber sei ebenfalls in die Überprüfung der App einbezogen. Die Abnahme der App könnte den Angaben zufolge am kommenden Wochenende erfolgen. Entsprechende Abnahmekriterien seien bereits vereinbart worden, hieß es.

Die beiden Telefonhotlines sollen in Deutsch, Englisch und Türkisch angeboten werden und rund um die Uhr erreichbar sein. Dabei handelt es sich zum einen um eine Auskunft zu technischen Fragen der App, zum anderen um einen Dienst für eine Übermittlung von Transaktionsnummern (TAN). Diese Verifikations-Hotline ist erforderlich, weil Betroffene nach einer bestätigten Infektion ihre IDs nur mit einer solchen TAN hochladen dürfen. Jedoch ist es derzeit noch nicht möglich, dass alle Labore dafür direkt einen QR-Code zur Verfügung stellen.

Zudem solle die Hotline weiterhelfen, wenn Betroffene ihren QR-Code verloren hätten oder dieser unleserlich geworden sei, berichtete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Mit Fragen wie "Wo haben Sie den Test gemacht?" und nach dem konkreten Ablauf wolle man beispielsweise ausschließen, dass übermütige Schüler das System austricksten, um sich und den Klassenkameraden ein paar Tage zusätzliches Homeschooling zu organisieren.

SAP und Telekom haben den Programmcode der Corona-App Ende Mai im Netz veröffentlicht. Der Code für die Android- und die iOS-Version steht auf der Plattform Github bereit. Die Warn-App ist dazu gedacht, die Ausbreitung des Sars-Cov-2-Virus einzudämmen. Sie nutzt das Prinzip der Kontaktverfolgung (Proximity Tracing), um bei einem Kontakt mit einer mit dem Virus infizierte Person zu warnen. Über den Standard Bluetooth Low Energy (BLE) tauschen Smartphones temporäre Identifikationsnummern (IDs) mit anderen Geräten aus. Die entsprechende Schnittstelle haben Google und Apple den Entwicklern zur Verfügung gestellt.

Die wichtigsten Details zur App hat Golem.de in einem ausführlichen FAQ zusammengefasst.

 (fg)


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