Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/mobility-as-a-service-intel-kauft-moovit-fuer-900-millionen-us-dollar-2005-148256.html    Veröffentlicht: 05.05.2020 07:24    Kurz-URL: https://glm.io/148256

Mobility-as-a-Service

Intel kauft Moovit für 900 Millionen US-Dollar

Als Ergänzung zu Mobileye hat Intel einen israelischen App-Anbieter übernommen.

Intel hat Moovit gekauft, der Preis betrug 900 Millionen US-Dollar. Moovit ist ein Anbieter von Mobility-as-a-Service, der als App für den öffentlichen Nahverkehr weitere Transportmöglichkeiten wie E-Scooter oder Share-Dienste integriert. Dazu werden öffentliche Informationen sowie Anwenderdaten kombiniert, die App gibt es für Android und iOS sowie als Webversion.

Laut Moovit werden die eigenen Dienste von mehr als 800 Million Nutzern in rund 3.100 Städten in 102 Ländern in 45 Sprachen verwendet, was den Anbieter eigenen Angaben zufolge zum größten weltweit macht. Moovit wurde 2012 gegründet und hat seinen Sitz in Tel Aviv. Wie bei vielen anderen israelischen Unternehmen gehört Intel Capital zu den bisherigen Geldgebern, insgesamt gab es bis einschließlich 2018 rund 130 Millionen US-Dollar an Investorkapital in vier Runden.

Mit Amnon Shashua gehört ein Intel-VP zum Board of Directors, er ist zugleich der CEO und CTO von Mobileye. Das ebenfalls in Israel ansässige Unternehmen gehört seit Frühling 2017 zu Intel, die für die Übernahme rund 15 Milliarden US-Dollar zahlten. Mobileye entwickelt Fahrerassistenzsysteme (ADAS) und autonome Fahrzeuge, dazu zählen Projekte wie das EyeQ5 genannte System-on-a-Chip mit MIPS-Technik. Für das 2018 angekündigte EyeQ6 werden Atom-Kerne von Intel verwendet, die Fertigung soll in einem 7-nm-Verfahren bei TSMC erfolgen.

Vor der Übernahme von Mobileye entwickelte Intel eigene Plattformen wie Kendrick Peak oder Gordon Peak, auch dabei wurden Atom-Kerne verwendet. Konkurrenz hat Intel durch Plattformen wie Drive AGX Orin von Nvidia, aber auch Qualcomm arbeitet an Snapdragon Ride. Bei Tesla ist die Kooperation mit Nvidia beendet, stattdessen wurde das eigene FSD (Full Self Driving) entworfen, das Design basiert auf zwölf ARM-Kernen und einem Beschleuniger für neuronale Netze.  (ms)


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