Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/chipsaetze-broadcom-bietet-der-eu-einen-deal-an-2004-148120.html    Veröffentlicht: 27.04.2020 19:15    Kurz-URL: https://glm.io/148120

Chipsätze

Broadcom bietet der EU einen Deal an

Der US-Chiphersteller Broadcom will Frieden mit der EU. Es geht um fragwürdige Verträge für Chipsätze in Set-Top-Boxen und Modems.

Der US-amerikanische Chiphersteller Broadcom hat angeboten, seine Exklusivitätsabkommen mit Herstellern zu beenden, um eine EU-Kartelluntersuchung abzuschließen und eine möglicherweise hohe Geldstrafe abzuwehren. Wie die EU-Kommission am 27. April 2020 mitteilte, betrifft dies Chipsätze für TV-Set-Top-Boxen und Modems. Broadcom ist ein Hersteller von SoCs sowie von Bluetooth-, Ethernet- und WLAN-Chips ohne eigene Fertigung.

Seit Jahren ist Broadcom einer der Standardlieferanten für Apple, dazu gehören WiFi-/Bluetooth-Chips und Frontends für 4G-/5G-Mobilfunk. Zudem hat Broadcom in der Vergangenheit auch Touch-Controller und Controller für drahtloses Laden an Apple verkauft.

Die für Wettbewerbspolitik zuständige Vizepräsidentin der EU-Kommission Margrethe Vestager erklärte: "Die Kommission prüft derzeit, ob durch die Verpflichtungen, die Broadcom im Anschluss an unseren im vergangenen Oktober erlassenen Beschluss zur Verhängung einstweiliger Maßnahmen angeboten hat, gewährleistet wird, dass die Endverbraucher von Auswahl und Innovation auf diesen Märkten profitieren werden. Bevor wir unseren Beschluss erlassen, wollen wir die Stellungnahmen der Beteiligten einholen."

Im Juni 2019 leitete die Behörde ein Verfahren wegen mutmaßlicher wettbewerbswidriger Verhaltensweisen von Broadcom ein. Im Oktober 2019 wurde beschlossen, dass Maßnahmen erforderlich seien, um zu verhindern, dass auf den weltweiten Märkten für SoCs für TV-Set-Top-Boxen, xDSL-Modems, Glasfasermodems und Kabelmodems ein "ernster und nicht wiedergutzumachender Schaden für den Wettbewerb" entsteht.

Die EU-Kommission beanstandete Ausschließlichkeitsvereinbarungen, die Broadcom durchgesetzt hatte und ordnete an, dass diese mit sechs seiner Hauptkunden beendet werden müssten.

Broadcom habe sich verpflichtet, seinen Kunden keine Rabatte mehr dafür anzubieten, dass sie über 50 Prozent ihres Bedarfs bei Broadcom decken.

 (asa)


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