Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/zusaetzliche-abholfahrten-dhl-holt-keine-pakete-von-onlinehaendlern-2004-147926.html    Veröffentlicht: 16.04.2020 16:45    Kurz-URL: https://glm.io/147926

Zusätzliche Abholfahrten

DHL holt keine Pakete von Onlinehändlern

DHL hat wegen des Coronavirus Abholfahrten bei einigen Onlinehändlern gestrichen. Auch bei DPD soll es Probleme geben.

Die DHL hat die zusätzlichen Abholfahrten bei einigen Onlinehändlern ersatzlos storniert. Das gab der Bundesverband Onlinehandel (BVOH) am 16. April 2020 bekannt. Die Paketdienstleister, allen voran DHL, kämen an ihre Kapazitätsgrenzen, erklärte der BVOH.

Das bedeutet, dass die Einkäufe der Verbraucher nicht beim Verkäufer abgeholt und in die Verteilzentren gebracht werden. Somit verzögert sich die Auslieferung an den Käufer um mehrere Tage.

"Es haben uns verschiedene Händler extrem besorgt angerufen, weil Paket-Logistiker wie DHL die zusätzlichen Abholfahrten beim Händler ersatzlos storniert haben", sagte BVOH-Präsident Oliver Prothmann. "Hätten die Paketdienstleister rechtzeitig auf den Engpass hingewiesen, hätten die Händler den Verkauf drosseln können. Jetzt stehen die gepackten Pakete beim Händler und werden nicht ausgeliefert."

DHL hatte laut BVOH am Mittwoch E-Mails an Händler in ganz Deutschland verschickt: "Leider müssen wir Ihnen heute aber mitteilen, dass wir trotz erheblicher Kapazitätssteigerungen nun für den morgigen Tag zu einer drastischen Maßnahme greifen müssen, um sicherzustellen, dass wir unseren Betrieb im Paketzentrum nicht längerfristig gefährden. Wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass wir morgen keine Abholung Ihrer Pakete durchführen werden, um die gewonnene Zeit und Kapazität für eine dauerhafte Stabilisierung unserer Produktion zu nutzen."

Andere bestellte Sonderfahrten hätten nur die Hälfte der Rollcontainer mitnehmen können, da im Moment keine Kapazität in den einzelnen Paketzentren mehr vorhanden sei. "Ihre Sonderfahrt für den Rest der Woche wurde aus denselben Gründen storniert." Laut Prothmann könne "es sich nur um Fehlplanung" bei der DHL handeln.

Auch bei DPD warteten die Pakete vor den Verteilzentren länger als bisher auf den ersten Scan, berichteten Händler dem BVOH.

"Wir mussten aus dem Kaltstart auf Vorweihnachtsniveau hochfahren", sagte ein DHL-Sprecher. Daher habe man an einige Händler appelliert, Verständnis dafür zu haben, wenn einige wegen hoher Nachfrage zusätzlich georderte Abholfahrten ausfallen müssten. DHL verzeichnet mittlerweile 8 Millionen Sendungen pro Tag - das liegt weit über dem Jahresdurchschnitt von rund 5,2 Millionen Sendungen pro Tag.

"Es geht hier vor allem darum, dass Sonder-Abholfahrten, also zusätzliche Fahrten, derzeit nicht gewährleistet werden können, weil wir ein sehr hohes Sendungsaufkommen haben", betonte der Sprecher. Man habe in den vergangenen zwei Wochen eine Zusatzkapazität geschaffen, die der Gesamtkapazität des nächstgrößten Wettbewerbers entspreche.

 (asa)


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