Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/usb-festplatten-fat-treiber-fuer-linux-koennte-deutlich-schneller-werden-2004-147865.html    Veröffentlicht: 14.04.2020 11:54    Kurz-URL: https://glm.io/147865

USB-Festplatten

FAT-Treiber für Linux könnte deutlich schneller werden

Kleiner Patch, große Wirkung: In einigen Situationen könnte die Leistung des FAT-Dateisystems um ein Vielfaches steigen.

Das schon etwas veraltete FAT-Dateisystem mit seinen Varianten FAT16 und FAT32 ist trotz seines Altes nach wie vor beliebt, um schnell Dateien über einen USB-Stick oder SD-Karten auszutauschen oder etwa auch, um externe Festplatten an mehreren verschiedenen Systemen problemlos nutzen zu können. Ein Linux-Kernel-Entwickler hat nun einen Patch auf der Mailingliste der Entwickler veröffentlicht, der die Leistung des FAT-Treibers um ein Vielfaches steigern sollte.

Laut der Erklärung zu den Patches sei die Nutzung von Readahead für FAT-Einträge derzeit sehr einfach umgesetzt und habe auch einige Probleme. Bei Readahead handelt es sich um einen Systemaufruf des Linux-Kernels, mit dem die Inhalte einer Datei von einem Festspeicher in den Page Cache geladen werden. Dadurch kann der Zugriff auf die Inhalte im Vergleich zum Direktzugriff oft deutlich beschleunigt werden, vor allem bei mehreren aufeinanderfolgenden Zugriffen.

Die nun verfügbaren Patches sorgen dafür, dass die für Readahead genutzten Größen anpassbar sind. Ebenso sollen I/O-Anfragen für besonders kleine Größen vermieden werden. Letztlich soll auch das Readahead-Fenster rechtzeitig vergrößert werden, bevor dieses völlig ausgelastet ist. Einem kleinen Benchmark des Entwicklers zufolge reduziert der Patch die Dateisystemoperationen auf einer 2 TByte großen USB-Festplatte von zuvor rund 380 Sekunden auf nur noch rund 50 Sekunden.

Der Patch selbst stammt von Hirofumi Ogawa, der laut dem aktuellen Maintainers-File auch der Hauptbetreuer des FAT-Dateisystemtreibers für Linux ist. Es ist also davon auszugehen, dass der Code mittelfristig in einer der kommenden stabilen Versionen des Linux-Kernels landet und damit einfach genutzt werden kann.  (sg)


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