Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/coronakrise-amazon-koennte-unter-zu-hoher-nachfrage-leiden-2004-147767.html    Veröffentlicht: 07.04.2020 16:44    Kurz-URL: https://glm.io/147767

Coronakrise

Amazon könnte unter zu hoher Nachfrage leiden

Die Priorisierung bestimmer Artikel wegen des Coronavirus drückt vielleicht den Umsatz von Amazon. Ausgebucht und dennoch eingeschränkt, geht das?

Selbst Amazon könnte zeitweise wegen der besonderen Situation in der Coronakrise leiden. Das geht aus Angaben hervor, die Golem.de aus informierten Handelskreisen erhielt. Amazon hat seine Lagerhaltung angepasst. Nur Waren, die wichtig sind und als lebensnotwendig erachtet werden, können schnell verfügbar gemacht werden. Dies gilt auch für Amazon Marketplace-Anbieter. Waren ohne Priorität können teilweise nicht geliefert werden oder haben eine längere Laufzeit.

Viele Waren im Bereich Lebensmittel sind zudem nicht verfügbar, das betrifft auch Trockenware wie Konserven. Bei Amazon Fresh, bisher wenig erfolgreich, ist dagegen im Großraum Berlin weiterhin kein freier Liefertermin zu erhalten.

Amazon nimmt laut unbestätigten Angaben ein Drittel des deutschen Onlinemarktes ein und meldet fast überall wegen der hohen Auslastung verlängerte Lieferzeiten.

Amazon erklärt in seinem Blog: "Im Zuge der wachsenden Ausbreitung des Coronavirus verzeichnen wir eine verstärkte Nachfrage im Online-Shopping, die sich kurzfristig auch auf Bestellungen auswirkt." Genauere Angaben waren nicht zu erhalten: "Bitte haben Sie Verständnis, dass wir generell keine Angaben zu Verkaufszahlen auf Amazon.de machen" sagte eine Amazon-Sprecherin Golem.de.

Umsatz im E-Commerce im Vergleich zum Vorjahr um fast 20 Prozent zurückgegangen

Im März soll der Umsatz im E-Commerce im Vergleich zum Vorjahr um fast 20 Prozent zurückgegangen sein, berichtete der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH). Eine Verbandssprecherin erklärte Golem.de: "Unsere Daten beruhen auf unserer jährlichen Verbraucherbefragung Interaktiver Handel in Deutschland. Dies ist also eine Konsumentenbefragung. Verbraucher selbst unterscheiden nicht zwischen einem Marktplatz-Anbieter auf Amazon oder eben nur Amazon. Es kann also durchaus sein, dass ein Kunde bei einem Marktplatz von Amazon gekauft hat, dies aber so nicht weiß und daher eben nur Amazon angibt, anstatt eben das Unternehmen, welches seine Ware über Amazon als Marktplatzhändler verkauft hat."

Alle Unternehmen mussten laut ihren Worten in den vergangenen Wochen ihre Abläufe ändern und den Gegebenheiten anpassen. Dazu gehörten auch besondere Vorkehrungen für die Sicherheit ihrer Mitarbeiter, Schichtumstellungen sowie eben auch einige Verzögerungen bei den Lieferungen. Zu einzelnen Unternehmen könne sie sich nicht äußern.

 (asa)


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