Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/sprachchat-skype-ermoeglicht-videokonferenzen-ohne-microsoft-konto-2004-147743.html    Veröffentlicht: 06.04.2020 15:53    Kurz-URL: https://glm.io/147743

Sprachchat

Skype ermöglicht Videokonferenzen ohne Microsoft-Konto

Über eine Konferenz-ID können viele Gäste per Video- und Sprachchat kommunizieren. Das ist schnell und einfach, erinnert aber an Zoom.

Microsoft ergänzt seine kostenlose Videochat-Software Skype um Gastaccounts. So soll es möglich sein, ohne Microsoft-Konto Onlinekonferenzen zu erstellen und ihnen beizutreten. Der Anbieter stellt die neue Funktion auf einer separaten Seite vor. Dort können die Konferenzen auch direkt gestartet werden. Microsoft bietet dazu eine Software im Web an, die eine Konferenz-ID zum Teilen erstellt. Anschließend leitet die Webseite auf eine Webkkonferenz weiter. Video- und Sprachchat werden darüber eingeschaltet.

Teilnehmer mit Microsoft-Konto können sich auch bei diesen Konferenzen mit ihrem gängigen Konto anmelden. Alternativ ist es möglich, einen Gastaccount zu erstellen. Dazu geben Nutzer einen Namen ein und bestätigen die Eingabe. Ein so erstelltes Konto wird allerdings nach 24 Stunden wieder gelöscht. Sollten Nutzer Skype also oft verwenden, empfiehlt sich ein Microsoft-Konto. Für spontane Meetings könnte das neue Feature allerdings hilfreich sein. Bisher war eine anonyme Nutzung der Software nämlich nicht so einfach möglich.

Zoom hat ein schlechtes Beispiel abgegeben

Die Nutzung solcher anonymer Meetings birgt allerdings auch Risiken. Das hat bereits der Konkurrent Zoom zu spüren bekommen. Trolle haben sich über die völlig offenen Konferenzlinks in Meetings eingeklinkt und dort gestört. Angreifer haben sogar ein Tool entwickelt, das per Brute Force 100 Zoom-Meeting-IDs in der Stunde generieren kann. Skype verwendet neben Zahlen aber auch Buchstaben in Groß- und Kleinschreibung im Direktlink, so dass dies schwieriger sein könnte.

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hat allerdings auch bei der Nutzung von Skype Bedenken - zumindest in öffentlichen Einrichtungen. "Die Nutzung von kommerziellen Kommunikationsplattformen für schulische Zwecke ist unter datenschutzrechtlichen Aspekten grundsätzlich kritisch", sagte er. Das trifft allerdings auf nahezu alle Konferenzlösungen zu, wenn sie nicht komplett selbst entwickelt oder gehostet werden. Das ist bei der Onlinenutzung von Skype, welches Sitzungen in Microsofts Cloud abhält, definitiv nicht der Fall.

 (on)


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