Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/microsoft-windows-defender-scannt-ploetzlich-nicht-mehr-alles-2003-147455.html    Veröffentlicht: 24.03.2020 11:17    Kurz-URL: https://glm.io/147455

Microsoft

Windows Defender scannt plötzlich nicht mehr alles

Ein vollständiger Scan lässt sich mit einem Powershell-Befehl aktivieren. Microsoft rät jedoch davon ab.

Die Antivirensoftware Windows Defender aus dem Hause Microsoft scannt Windows 10 seit Mitte März nicht immer vollständig. Etliche Nutzer berichten über eine kryptische Fehlermeldung, die nach einem Scan eingeblendet wird. Demnach überspringt die Sicherheitssoftware ein nicht genanntes Element, ohne dass die Nutzer eine Ausnahme festgelegt haben.

Auch bei einem Testscan von Golem.de trat das Problem auf, eine Erklärung von Microsoft gibt es nicht. Der Autor Günter Born konnte das Problem jedoch mittlerweile erklären und beheben.

"Die Windows-Defender-Antivirus-Überprüfung hat ein Element aufgrund von Ausschluss- oder Netzwerksüberprüfungseinstellungen übersprungen", wird nach einem Scan mit dem Windows Defender als Warnhinweis eingeblendet. Welches Element übersprungen wurde und warum, wird hingegen nicht verraten.

Laut Nutzerberichten ist das Verhalten jedoch nicht konsistent, manche Nutzer erhalten die Meldung nach einer Schnellüberprüfung, andere nach einer vollständigen Überprüfung, wieder andere gar nicht. Bei einem Test von Golem.de wurde sie sowohl nach einer vollständigen als auch nach einer Schnellüberprüfung eingeblendet.

Laut Nutzerberichten besteht die Lücke seit dem 10. März, dem März-Patchtag von Microsoft. In dieser Zeit muss Microsoft den Scan von Netzwerkdateien deaktiviert haben. Born veröffentlicht in seinem Blog mehrere Lösungsmöglichkeiten, demnach kann der Netzwerkscan mit dem Powershellbefehl Set-MpPreference -DisableScanningNetworkFiles 0 als Admin wieder aktiviert werden. Die Fehlermeldung erscheint dann nicht mehr. Das funktionierte auch in einem Test von Golem.de.

Allerdings schreibt Microsoft in der Dokumentation zu der Windows-Defender-Option: "Wir raten davon ab, Netzwerkdateien zu scannen." Eine Begründung liefert Microsoft dazu jedoch nicht. Eine Anfrage von Golem.de wurde bisher nicht beantwortet. Möchte ein Nutzer den Netzwerkscan wieder deaktivieren, kann er den gleichen Powershellbefehl mit einer 1 statt der 0 verwenden.

 (mtr)


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