Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/half-life-alyx-angespielt-schritt-fuer-schritt-durch-city-17-2003-147446.html    Veröffentlicht: 23.03.2020 22:53    Kurz-URL: https://glm.io/147446

Half-Life Alyx angespielt

Sprung für Sprung durch City 17

Weltenwechsel war selten so einfach und überzeugend wie mit Half-Life Alyx - und macht auch mit Virtual Reality statt Gordon Freeman viel Spaß.

Vor uns befindet sich ein Balkongitter - aber das ist bestimmt keine Anspielung von Valve auf die selbstfahrende Bahn im Intro des ersten Half-Life. Stattdessen blicken wir im neuen, seit Jahren erhofften Serienteil Alyx auf ein atemberaubendes Stadtpanorama. Wir sehen idyllisch wirkende Gebäude und Dächer so weit das Auge reicht.

In Ruhe genießen können und wollen wir die Aussicht aber nicht. Stattdessen drehen wir uns um und teleportieren uns zur nächsten Etage, wo wir ein Funkgerät finden und erstmals Kontakt mit dem Widerstand in City 17 aufnehmen können. Wir sind nicht Gordon Freeman, also die Hauptfigur aus den bisherigen Half-Life. Stattdessen steuern wir die Geschicke der Rebellin Alyx Vance.

Zwei wichtige Optionen

Und das tun wir nicht mit Maus und Keyboard am Monitor, sondern mit Virtual-Reality-Headset. Wir haben mit einem Oculus Rift S gespielt, was anstandslos geklappt hat. Spiel kaufen, Headset anschließen und einrichten sowie nach einer automatischen Aufforderung noch Steam VR installieren - fertig.

Das Spiel starten wir mit einem Doppelklick auf das Desktopsymbol von Half-Life Alyx, alle benötigten Programme werden selbständig aktiviert, und wenig später stehen wir in City 17. Der Blick in die Einstellungen zeigt ein paar Details zur Steuerung, etwa den Umgang mit Höhe und Leitern - das haben wir alles gelassen, wie es war, und das bislang auch nicht bereut.

Wichtig sind zwei Optionen: Schwierigkeitsgrad und Bewegungssteuerung. Den Schwierigkeitsgrad legen wir vor dem Start der Kampagne fest. Die einfachste Stufe heißt Geschichte und konzentriert sich auf die Handlung, die höchste der vier Stufen heißt Schwer und ist es auch, primär die Kämpfe.

Dann wählen wir die Bewegungssteuerung, auch hier hat das Programm vier Optionen zur Auswahl. Wir haben uns dafür entschieden, mit dem linken Eingabegerät den jeweiligen Punkt zu markieren, zu dem wir uns bewegen wollen. Wir sehen dann ein paar gelbe Stiefel, beim Aktivieren der Teleportation landen wir umgehend dort. Zusätzlich können wir uns mit dem anderen Controller in Stufen im Kreis drehen.

Bei maximaler Bewegungsfreiheit können wir uns frei bewegen und umblicken, aber das haben wir schnell sein lassen: Uns ist dabei rasch und nachhaltig übel geworden - die klassische VR-Reisekrankheit. Mit der Sprung-Teleportation sind wir aber sehr zufrieden, zumal wir meist keine Eile haben, sondern gemütlich durch die Welt springen können.

Die Abschnitte sind schlauchartig und nicht allzu groß. Ab und zu müssen wir Türen öffnen, indem wir den Griff wie im echten Leben mit der Hand greifen und ziehen. Übungssache ist das Ergreifen von weiter entfernten Objekten wie Munitionsclips. Diese können wir mit einer Art Strahl markieren, mit einem Ruck zu uns schleudern und fangen - klingt kompliziert, ist es die ersten paar Male auch, aber dann klappt das ganz gut.

Die Handlung bietet in den ersten Stunden einige gelungene Überraschungen - wir sind gespannt, welche Wendungen die Abenteuer von Alyx noch nehmen. Diese ist übrigens anders als der große Schweiger Gordon Freeman redselig und plaudert immer wieder per Funkgerät mit den anderen Rebellen, sogar der ein oder andere Scherz ist dabei.

Grafik und Verfügbarkeit

Die Grafik macht einen sehr ausgefeilten und liebevollen Eindruck - ein Effektfeuerwerk im engen Sinne ist Half-Life Alyx aber nicht. Beeindruckend finden wir den Unterschied zwischen dem (2D-)Ausschnitt auf dem Monitor, einer Art zusätzlich aktivierbarem Zuschauermodus, und dem Eindruck mit Headset. Das kennen wir zwar schon von anderen VR-Titeln, aber Valve hat es eine Spur überzeugender hinbekommen.

Half-Life Alyx ist für knapp 50 Euro über Steam erhältlich. Das Actionspiel setzt ein Virtual-Reality-Headset voraus - letztlich funktioniert das Programm mit allen einigermaßen weit verbreiteten PC-basierten Endgeräten, die Steam VR unterstützen.

Das vermutlich beste Modell für Alyx stammt von Valve selbst: Gemeint ist das Index, das mit Controllern und zwei Lighthouse-Boxen für das Positional Tracking rund 1.080 Euro kostet. Wir sind mit unserem Oculus Rift S, das rund die Hälfte kostet, aber ebenfalls zufrieden.

 (ps)


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