Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/schenker-via-14-im-test-leipziger-langlaeufer-laptop-2004-147441.html    Veröffentlicht: 01.04.2020 12:03    Kurz-URL: https://glm.io/147441

Schenker Via 14 im Test

Leipziger Langläufer-Laptop

Dank 73-Wattstunden-Akku hält das 14-Zoll-Ultrabook von Schenker trotz fast komplett aufrüstbarer Hardware lange durch.

Ein silbernes Ultrabook - auf den ersten Blick sieht das Schenker Via 14 schlicht aus, das Design ist fast schon old school. Doch der Eindruck täuscht: Das Gerät des deutschen Herstellers hat es in sich, denn es weist mit 73 Wattstunden einen der größten Akkus eines 14-Zoll-Ultrabooks auf. Für uns Grund genug, das Via 14 genauer anzuschauen, denn auch die Aufrüstbarkeit überzeugt.

Das intern SVI14E20 genannte Modell fällt mit 322 x 217 x 16,5 mm bei 1,1 kg ziemlich kompakt aus. Auch teure Ultrabooks wie Lenovos X1 Carbon Gen8 nehmen mit 323 x 218 x 15 mm praktisch die gleiche Fläche ein, nur 13-Zöller wie Dells XPS 13 fallen mit 286 x 199 x 14,8 mm deutlich kleiner aus. Die Verarbeitungsqualität des Clevo-L141CU-Barebones überzeugt, die Magnesiumdruckgusslegierung (AZ91D) macht den Korpus leicht und dennoch stabil. Der Display-Deckel ist allerdings nicht sonderlich verwindungssteif und lässt sich recht leicht eindrücken.

Anschlussseitig ist das Via 14 gut ausgestattet: Links verbaut Schenker den Stromanschluss, zudem HDMI 2.0b, einen USB-A (3.2 Gen2) und USB-C (3.2 Gen2) mit Displayport-Alternate-Modi sowie Power-Delivery (mindestens 20V @ 2A). An diese Buchse kann also ein externer 4K-Monitor gehängt werden, der optional das Ultrabook auch auflädt. Rechts gibt es eine Öse für ein Kensington-Schloss, ein USB-A (3.2 Gen1), eine Audioklinke, einen Micro-SD-Kartenleser (UHS-II) und den Power-Button. Alle Ports befinden sich im hinteren Drittel, was der Maushand entgegenkommt. Der Lüfterauslass ist hinten am Scharnier positioniert.

Die zweistufig beleuchtete Chiclet-Tastatur tippt sich angenehm, wie üblich ist ein Großteil dieses Textes auf ihr entstanden. Die kurze Enft-Taste und die winzigen Pfeiltasten haben uns im Betrieb allerdings immer wieder gestört. Die Beleuchtung wird von Haus aus nach 30 Sekunden ohne Eingabe zugunsten der Akkulaufzeit abgeschaltet - wem das missfällt, der kann die Dauer im vorinstallierten Control Center ändern oder die Option ganz deaktivieren. Das Clickpad mit Microsofts Precision-Treiber halten wir nur für durchschnittlich; laut Schenker wurde für die Leichtbauweise auf eine Glasoberfläche verzichtet.

Beim Display setzt Schenker auf ein mattes IPS-Panel von AUO: Das B140HAN06.2-Modell löst mit 1.920 x 1.080 Pixeln auf und soll dank LTPS-Technik sehr wenig Energie benötigen. Wir messen eine maximale durchschnittliche Helligkeit von befriedigenden 292 cd/m² und 307 cd/m² in der Spitze.

Der Kontrast liegt bei guten 1.327:1, den sRGB-Farbraum deckt der Bildschirm zu 98 Prozent und den Adobe-RBG zu 67 Prozent ab. Erfreulicherweise wird keine Pulsweitenmodulation (PWM) verwendet, weshalb das Panel auch bei weniger Leuchtkraft nicht flimmert. Das Display lässt sich um 180 Grad öffnen, per Fn+R zusätzlich noch drehen.

Auf der nächsten Seite erläutern wir die Hardware, die Firmware-Besonderheiten, die Leistung und die Akkulaufzeit des Schenker Via 14.

Aufrüstbar mit langer Laufzeit

Im Inneren des Ultrabooks sind Intels aktuelle Quadcore-Prozessoren verlötet, genauer stehen zwei 14-nm-Modelle zur Auswahl (Comet Lake U): Unser Testmuster ist mit einem Core i5-10210U ausgestattet, optional gibt es einen Core i7-10510U. Wie der Vergleich zeigt, lohnt sich der Aufpreis zum i7 nur bedingt. Der leicht höhere Takt und der etwas größere L3-Cache machen den Chip nicht signifikant schneller.

Ohnehin ist die CPU-Leistung des Via 14 schön skalierbar: Voreinstellt ist der Unterhaltungsmodus mit dauerhaft 15 Watt und kurzfristig - für 80 Sekunden - satte 46 Watt. Wer will, kann die thermische Verlustleistung per Control Center auch auf 20W/51W erhöhen (Leistung) oder auf geringe 10W/20W (Strom sparen) und sogar auf sehr niedrige 5W/10W (lautlos) reduzieren. Im Leerlauf und bei leichter Last bleibt der einzelne Lüfter meist inaktiv, bei rund 50 Watt oder dauerhaft 20 Watt wird er allerdings zeitweise recht laut.

Auf der Platine sind 8 GByte DDR4-2666-Speicher verlötet, zudem ist ein SO-DIMM-Steckplatz für bis zu 32 GByte RAM zusätzlich vorhanden. Hinzu kommen ein M.2-2280-Slot für NVMe/PCIe-Gen3x4-SSDs und ein M.2-2280 für Sata-SSDs, das Bluetooth/WLAN-Kärtchen in M.2-2230-Bauweise ist ebenfalls austauschbar. Schenker montiert als Standard ein AC-9462-Modul von Intel mit Bluetooth 5 und Wi-Fi 5 mit 1x1-Antennenkonfigurationen. Alternativ bietet der Hersteller ein AC-9560 (Wi-Fi 5 mit 2x2) oder AX200 (Wi-Fi 6 mit 2x2) an.

Der Akku des Via 14 weist satte 73 Wattstunden auf, mehr als in nahezu allen anderen 14-Zoll-Ultrabooks. Einzig das Fujitsu Lifebook S938 hat mit 77 Wattstunden trotz 13,3 Zoll noch mehr Kapazität - es ist allerdings ein Auslaufmodell und sehr viel teurer als das Schenker. Bei 200 cd/m² Helligkeit (Stufe 7/10) hält das Via 14 im Productivity-Test des Powermark exzellente 12:06 Stunden durch. Das schaffen ansonsten nur Geräte wie HPs Elite Dragonfly v1 (Test), was jedoch in der Basiskonfiguration fast das Doppelte kostet und zudem verlöteten, sparsamen LPDDR3-Speicher nutzt. Schön: Der Akku des Schenker-Ultrabooks ist verschraubt und auswechselbar.

Geladen wird das Gerät mit einem 65-Watt-Netzteil von AC Bel, das sehr kompakt ausfällt: Mit 97 x 51 x 16 mm bei 145 g weist es in etwa die Fläche einer Kreditkarte auf und ist kaum einen Daumen hoch. Das Netzteil lädt das Via 14 in rund anderthalb Stunden auf über 80 Prozent auf, in 30 Minuten erreichten wir bereits 50 Prozent.

Schenker-typisch ist das weitestgehend offene UEFI: In der Firmware können wir nicht nur Komponenten wie das Mikrofon und die Webcam deaktivieren, sondern auch die einzelnen M.2-Slots abschalten. Wer will, darf sogar die CPU-Spannung um bis zu 100 mV reduzieren. Schenker selbst betreibt bereits Undervolting von 50 mV zugunsten einer niedrigeren Leistungsaufnahme und somit längeren Akkulaufzeit.

Weiter zum Resümee.

Verfügbarkeit und Fazit

Schenker verkauft das Via 14 als frei konfigurierbares Ultrabook mit einem Startpreis von 1.150 Euro - wer die SSD abwählt, spart zusätzlich 75 Euro. Im Gerät steckt dann ein Core i5-10210U mit 8 GByte verlötetem Arbeitsspeicher, die 115 Euro Aufpreis für den Core i7-10510U lohnen sich unserer Ansicht nach nicht. Die Geräte werden in Leipzig bestückt.

Wer statt Windows 10 Home x64 lieber mit Linux arbeitet, kann das Schenker Via 14 auch als Infinitybook S14 v5 ab 1.130 Euro kaufen. Vorinstalliert werden entweder Tuxedo OS, Ubuntu oder Open Suse mit verschiedenen Desktops, alternativ wird das Ultrabook ganz ohne Betriebssystem ausgeliefert.

Fazit

Ein kompaktes und leichtes Ultrabook mit exzellenter Laufzeit - das Schenker Via 14 erfüllt diese Ansprüche. Das liegt vor allem am sehr großen Akku, denn die aufrüstbaren Komponenten wie der gesockelte DDR4-Speicher statt verlötetem und sparsamerem LPDDR4X sind hier kontraproduktiv.

Gerade aus diesem Grund ist das Via 14 ein interessantes Gerät: Anders als bei den meisten Ultrabooks sind bis auf die CPU alle relevanten Bauteile auswechselbar, dennoch fällt die Laufzeit hervorragend aus. Das matte 1080p-Display ohne PWM-Regelung ist hell genug, die Eingabegeräte taugen und bei den Anschlüssen haben wir einzig das fehlende Thunderbolt 3 zu bemängeln.  (ms)


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