Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/amazon-post-bereit-fuer-mehr-paketzustellungen-waehrend-corona-krise-2003-147366.html    Veröffentlicht: 19.03.2020 15:24    Kurz-URL: https://glm.io/147366

Amazon

Post bereit für mehr Paketzustellungen während Corona-Krise

Bei Amazon musste in den USA ein erster Standort wegen eines Covid-19-Falls schließen.

Die Deutsche Post kann eine deutlich höhere Zahl an Paketen zustellen, falls Kunden wegen der Corona-Krise mehr Waren online bestellen. Das sagte ein Sprecher des Unternehmens der Rheinischen Post. Es habe bisher keine auffällige Erhöhung des Sendungsvolumens gegeben, sagte der Sprecher: "Sollten sich aber mehr Menschen in Deutschland entschließen, Güter online beziehungsweise über den klassischen Versandhandel zu erwerben, steht dem derzeit in Bezug auf Transport und Zustellung nichts entgegen." Damit Kunden und Postzusteller sich nicht anstecken, verzichtet man bei der Übergabe von Paketen außerdem auf eine Unterschrift des Kunden. Der Paketbote unterschreibt stattdessen.

"Ich habe mir in den letzten Tagen so viel die Hände gewaschen, dass sie schon ganz ausgetrocknet und rissig sind. Mittlerweile trage ich Handschuhe, meine eigenen Stoffhandschuhe - keine Ahnung, wie viel die bringen. Von der Post haben wir bislang keine Latexhandschuhe oder Ähnliches gestellt bekommen", berichtet ein Hamburger Zusteller dem Stern. Man versuche die Schichten so einzuteilen, dass Kollegen auch untereinander weniger Kontakt haben.

Golem.de hatte am Mittwoch aus informierten Kreisen erfahren, dass alle deutschen Logistikzentren, Sortierzentren und Verteilzentren von Amazon normal arbeiten würden. Seit Mittwoch ist auf der Amazon-Startseite für den Großraum Berlin zu lesen: "In Ihrer Region kommt es vorübergehend zu verlängerten Lieferzeiten."

Dazu, wie stark der Zuwachs bei den Bestellungen in Deutschland ist, machte Amazon keine Angaben. "Dazu kann ich mich nicht äußern. Auf dem US-Blog sprechen wir von einen 'signifikantem' Anstieg der Nachfrage", sagte Amazon-Sprecher Stephan Eichenseher Golem.de.

Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire hatte Amazon wegen des Drucks auf Lagerarbeiter in der Coronakrise kritisiert. "Dieser Druck ist inakzeptabel und wir werden es Amazon wissen lassen", sagte er am Donnerstag dem öffentlich-rechtlichen Radiosender France Inter. Arbeiter und Gewerkschafter hatten kritisiert, dass Amazon mit Verdienstausfall drohe, wenn jemand aus Angst vor einer Infektion zu Hause bleibe. Auch seien die Schutzmaßnahmen nicht ausreichend. Amazon erklärte, man halte sich an die Empfehlungen und Richtlinien der Regierung.

Amazon.com gab am Donnerstag laut Reuters bekannt, dass ein kleines Lager in New York vorübergehend geschlossen wird, nachdem einer der Beschäftigten positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Man habe den Arbeiter mit voller Bezahlung nach Hause geschickt und die Einrichtung desinfiziert - die erste in den USA, von der bekannt ist, dass es einen Virusausbruch gab. "Wir unterstützen die Person, die sich jetzt in Quarantäne befindet", sagte Amazon in einer Erklärung.

 (asa)


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