Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/coronavirus-gm-tesla-und-ford-wollen-medizingeraete-bauen-2003-147348.html    Veröffentlicht: 19.03.2020 08:34    Kurz-URL: https://glm.io/147348

Coronavirus

GM, Tesla und Ford wollen Medizingeräte bauen

Die Autohersteller General Motors, Tesla und Ford haben angeboten, ihre Produktion umzustellen, um benötigte Medizingeräte zu bauen.

Wie ernst die Lage nach dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie ist, zeigt sich auch am Verhalten einiger großer US-Autohersteller. Sie haben angeboten, ihre Produktionskapazitäten und ihre Expertise zu nutzen, um dringend benötigte Geräte für die medizinische Betreuung von Patienten herzustellen, weil die klassischen Produzenten wohl nicht nachkommen.

Zahlreiche Autohersteller haben ihre normale Produktion eingestellt, nachdem sich die Coronavirus-Krise zur Pandemie entwickelte und die Menschen angehalten sind, zu Hause zu bleiben, um weitere Infektionen zu vermeiden. So soll verhindert werden, dass ein Massenanfall von Kranken die medizinische Versorgung überfordert und es auch Versorgungsengpässe für Menschen mit anderen Erkrankungen gibt.

GM-Chefin Mary Barra will leere Fabrikräume im Rahmen einer Art Mobilmachung umwidmen. Das geschieht normalerweise bei einer Umstellung einer zivilen Industrie auf eine Kriegswirtschaft. Zuletzt wurde dies in den USA im Zweiten Weltkrieg gemacht.

Teslas Chef Elon Musk schrieb über Twitter, dass Tesla Beatmungsgeräte herstellen wird, wenn es einen Mangel gibt. Dabei könnte durchaus Expertise vorhanden sein. Musk schreibt auf Twitter: "Tesla stellt Autos mit hochentwickelten hvac-Systemen her. SpaceX stellt Raumfahrzeuge mit Lebenserhaltungssystemen her."

Ford hat genau wie General Motors in seiner Firmengeschichte Erfahrung mit der Umstellung auf eine Kriegswirtschaft und erklärte, dass das Unternehmen bereit sei, Beatmungsgeräte und andere Geräte zu produzieren.

Nach einem Bericht von Electrek haben in Großbritannien Jaguar-Landrover und Toyota ihre Hilfe angeboten, ihre Produktion ebenfalls umzustellen.

Dabei bleibt die Frage im Raum, woher die Baupläne für die Beatmungsgeräte kommen sollen. Schließlich werden Medizingeräte von kommerziellen Herstellern gebaut, die zudem besonders strengen Qualitätsauflagen unterliegen.  (ml)


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