Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/corona-deutsche-netzbetreiber-brauchen-staendigen-austausch-2003-147343.html    Veröffentlicht: 18.03.2020 20:52    Kurz-URL: https://glm.io/147343

Coronavirus

Deutsche Netzbetreiber brauchen nun ständigen Austausch

Trotz aller Konkurrenz müssen die Netzbetreiber nun zusammenarbeiten - denn in der Krise wollen die Menschen wieder mehr Sprachtelefonie.

Die Netzbetreiber in Deutschland befinden sich untereinander in engem Austausch. Das erklärte Michael Horn, Head of Service Quality Management im Netzbereich von Telefónica Deutschland, am 18. März 2020. "Zudem sehen wir bei der mobilen Datennutzung aktuell noch keinen nennenswerten Anstieg. Wir beobachten die Verkehrsentwicklungen kontinuierlich, so dass wir im Bedarfsfall entsprechende Maßnahmen ableiten können - beispielsweise wenn die Mobilität im Land weiter eingeschränkt wird und der Bedarf nach mobiler Datennutzung weiter steigt."

An den Netzdaten erkenne man klar einen Homeoffice-Effekt bei den Kunden: Man beobachte in diesen Tagen eine Verlagerung und eine Zunahme der Datennutzung im Festnetz- und DSL-Bereich, insbesondere während der Arbeitszeit von 8 bis 17 Uhr. Die Nutzungssituation lasse sich mit einem Tag am Wochenende vergleichen.

Im Bereich der Telefonie sehe man aktuell die größten Anstiege, sowohl im Mobilfunk- als auch im Festnetzbereich. Zahlreiche Kunden würden derzeit mit Voice-over-Wi-Fi telefonieren.

"Unser O2-Netz läuft weiterhin sehr zuverlässig und stabil. Zum jetzigen Zeitpunkt sind unsere Kapazitäten sehr ausreichend dimensioniert und wir haben jede Menge Reserven", betonte Horn.

Auch bei Vodafone verstetigte sich am Dienstag der Trend zu mehr Homeoffice. Im Festnetz stieg die Datennutzung um 15 bis 20 Prozent, im Mobilfunk nahm sie weiter ab. Hier stieg die Sprachnutzung um 35 Prozent.

Die Deutsche Telekom verzeichnet insbesondere im Festnetz eine deutliche Zunahme des Datenverkehrs und der Menge und Dauer an Telefonaten. "Diese sind aber für das Netz nicht kritisch. Damit dies so bleibt, beobachtet die Telekom laufend die Lage", erklärte das Unternehmen am 18. März 2020.  (asa)


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